Opfer werden zu Mittätern gemacht: Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche

Wien - Die Polizei in Wien ermittelt im Rahmen einer neuen Masche, bei der es um Kautionsbetrug geht. Weil der Fall so unglaublich ist und auch in Deutschland passieren könnte, stellt TAG24 ihn Euch vor.

Die Tatverdächtigen haben es auch auf die Bankverbindung ihrer Opfer abgesehen.
Die Tatverdächtigen haben es auch auf die Bankverbindung ihrer Opfer abgesehen.  © 123rf.com/Alexander Korzh

Die Vorgehensweise: Der Tatverdächtige sucht über Internetplattformen nach Verkaufsangeboten. Das können beispielsweise Handys, Laptops oder Fernseher zu einem Verkaufspreis von etwa 1500 Euro bis 1600 Euro sein.

Anschließend meldet sich eine weibliche Tatverdächtige bei den Verkäufern. Sie stellt sich als "Sara" vor und verhandelt den Preis höher oder niedriger. Ihr Ziel jedes Mal: ein exakter Verkaufspreis von 1560 Euro!

Danach kommt es zu der Übermittlung der Bankdaten des Verkäufers (Opfer 1) für die Überweisung des Verkaufspreises.

Gleichzeitig bietet der Tatverdächtige über verschiedene Internetplattformen Mietwohnungen unter dem Deckmantel einer Immobilien-Scheinfirma namens "Immobilien GmbH" an.

Für eine Wohnung beziehungsweise Immobilie wird eine Kaution in der Höhe von 1560 Euro verlangt. Als Konto für die Überweisung werden die Bankdaten des ersten Verkäufers (Opfer 1) angegeben.

Zusätzlich soll die Überweisung zur "schnelleren Abwicklung" des Immobiliengeschäftes ohne Verwendungszweck durchgeführt werden. Der Zahlende ist hierbei das zweite Opfer.

Perfides "Dreiecksspiel"

Ist das Geld überwiesen, holt der Tatverdächtige die wertvolle Ware, zum Beispiel ein Laptop oder Fernseher, ab.
Ist das Geld überwiesen, holt der Tatverdächtige die wertvolle Ware, zum Beispiel ein Laptop oder Fernseher, ab.  © 123rf.com/Daniil Peshkov

Nach der Zahlung holt der Tatverdächtige oder ein Mittäter den Verkaufsgegenstand von Opfer 1 ab. Als Resultat dieses "Dreiecksspiels" erhält der Tatverdächtige einen hochpreisigen Gegenstand, also etwa ein Handy oder TV-Gerät, den er wiederum verkaufen kann.

Der Verkäufer des Gegenstandes (Opfer 1) wird, ohne es zu wissen, aufgrund der Überweisung in der exakten Kautionshöhe augenscheinlich zum Mittäter.

Zwar wurde der Verkaufsgegenstand für den vereinbarten Preis übergeben, doch wegen der Überweisung ohne Verwendungszweck, scheint diese Person auf den ersten Blick in den Betrug involviert zu sein.

Das zweite Opfer hat eine Kaution in der Höhe von 1560 Euro für eine nicht vorhandene Wohnung oder Immobilie überwiesen.

In Wien sei es mit dieser Masche bereits zu zwölf vollendeten Betrugsfällen sowie drei Versuchen gekommen. Schadenssumme: 18.720 Euro. In allen Fällen kam es zur Anzeige.

Die Wiener Polizei geht allerdings von einer höheren Dunkelziffer aus. Weitere Betrugsopfer werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Tipps der Polizei

  • Macht andere auf diese Betrugsmasche aufmerksam.
  • Überweist niemals Geld ohne einen Verwendungszweck.
  • Besichtigt mögliche Mietobjekte, bevor Ihr eine Kaution bezahlt.
  • Falls Euch etwas komisch vorkommt: Versucht, Euch das Aussehen der Person für eine spätere Personenbeschreibung genau einzuprägen. Notiert gegebenenfalls Autokennzeichen, Marke, Typ sowie Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeuges.
  • Erstattet umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeiinspektion.

Titelfoto: 123rf.com/Alexander Korzh

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