Prozess gegen Stephan Balliet: Vater des getöteten 20-Jährigen als Zeuge erwartet

Magdeburg - Im Prozess um den rechtsextremen Terroranschlag in Halle kommt erstmals ein Angehöriger eines der beiden Todesopfer zu Wort.

Die Bundesanwaltschaft wirft Stephan Balliet (28) 13 Straftaten vor.
Die Bundesanwaltschaft wirft Stephan Balliet (28) 13 Straftaten vor.  © Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Am zwölften Prozesstag wird am heutigen Dienstag der Vater des getöteten 20-Jährigen als Zeuge erwartet, wie ein Gerichtssprecher sagte. 

Zudem sollen die beiden Besitzer des angegriffenen Döner-Imbisses sowie ein Passant und zwei Gläubige aussagen, die beim Anschlag am 9. Oktober 2019 in der Synagoge waren.

Bereits an den vorangegangenen Verhandlungstagen hatten mehrere Überlebende aus dem Imbiss und der Synagoge über ihre Erlebnisse und teils gravierende gesundheitliche Folgen der Tat berichtet. 

Die Jüdische Studierenden-Union Deutschland solidarisierte sich zuletzt mit den traumatisierten Besitzern des Döner-Imbisses und startete eine Spendenaktion. Binnen einer Woche kamen tausende Euro zusammen.

Seit Juli dieses Jahres arbeitet der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts den Terroranschlag auf.  Angeklagt ist der 28-jährige Stephan Balliet. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Sachsen-Anhalter vor, "aus einer antisemitischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Gesinnung heraus einen Mordanschlag auf Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens" geplant zu haben (TAG24 berichtete).

Stephan Balliet erschoss eine 40-jährige Frau, die zufällig auf der Straße vorbeilief. Im Anschluss tötete er in einem nahen Döner-Imbiss einen 20-jährigen Mann.

Titelfoto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

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