Vater versucht Sohn (1) zu töten und dann sich selbst: So lange muss er in Haft!

Lübeck – Im Prozess um die versuchte Tötung eines 14 Monate alten Kleinkindes (TAG24 berichtete) soll am Mittwoch am Lübecker Landgericht das Urteil verkündet werden.

Der Mann verursachte einen Unfall auf der A1.
Der Mann verursachte einen Unfall auf der A1.  © Feuerwehr Neustadt

Der 37 Jahre alte Angeklagte aus Sereetz im Kreis Ostholstein hatte bereits zu Prozessbeginn gestanden, seinen Sohn Ende April 2020 bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben.

Anschließend hatte er versucht, dem Kind das Genick zu brechen. Der kleine Junge überlebte ohne Folgeschäden.

Dann soll der Vater auf der Autobahn 1 einen Unfall verursacht haben, um sich das Leben zu nehmen.

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Der Mann soll seit Beginn der Corona-Pandemie unter einer Angststörung und einer Depression gelitten haben.

Die Staatsanwaltschaft hat für den 37-Jährigen eine Gefängnisstrafe von vier Jahren wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung gefordert.

Die Verteidigung beantragte eine Bewährungsstrafe.

Update, 11.22 Uhr: Zwei Jahre und neun Monate Haft

Das Landgericht Lübeck hat den 37-Jährigen zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Den seit der Tat bestehenden Haftbefehl hob das Gericht am Mittwoch auf. Es bestünde keine Fluchtgefahr. Man gehe davon aus, dass der Angeklagte sich freiwillig zum Haftantritt stellen werde, sagte der Richter.

Die Staatsanwaltschaft, die vier Jahre Haft gefordert hatte, kündigte an, das Urteil und besonders die Aufhebung des Haftbefehls prüfen zu wollen.

Hier findet Ihr Hilfe

Normalerweise zieht es die Redaktion vor, nicht über versuchte Suizide zu berichten. Da sich der Vorfall aber im öffentlichen Raum abgespielt hat, hat sich die Redaktion entschieden, den Fall zu thematisieren.

Solltet Ihr selbst von Selbstmordgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr unter 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123 rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym.

Titelfoto: Feuerwehr Neustadt

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