Rebeccas Schwager weiter im Visier der Polizei: "Es ist ein Verdacht, nicht mehr und nicht weniger"

Berlin - Trauriges Jubiläum: Zum zweiten Mal jährt sich das Verschwinden von Rebecca Reusch. Die damals 15-Jährige hatte in der Nacht zum 18. Februar die Nacht bei ihrer älteren Schwester in Berlin-Neukölln verbracht, wollte von dort am nächsten Morgen zur Schule, kam aber nie an. Seitdem fehlt von dem Teenager jede Spur.

Rebecca Reusch gilt schon seit zwei Jahren als vermisst.
Rebecca Reusch gilt schon seit zwei Jahren als vermisst.  © Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa, ---/Polizei Berlin/dpa

Die Polizei geht schon länger davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht mehr lebend verlassen hat. Schnell geriet der Schwager ins Visier der Ermittler. Daran hat sich auch zwei Jahre nach ihrem Verschwinden nichts geändert.

"An den Verdachtsmomenten hat sich nichts verändert. Es ist ein Verdacht, nicht mehr und nicht weniger", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner in einer Videobotschaft.

Zweimal saß der Koch in Untersuchungshaft, musste aber mangels Beweisen wieder freigelassen werden.

Mehre Indizien sprechen gegen ihn. So war er allein mit Rebecca im Haus und soll laut Handydaten nicht wie behauptet geschlafen haben. Zudem konnte er die beiden Fahrten am Vormittag des Verschwindens und am nächsten Tag nach Brandenburg nicht erklären.

Was zunächst mit einem Suchaufruf in den sozialen Medien begann, entwickelte sich zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle der letzten Jahre. Zunächst gingen auch die Ermittler von einem "normalen" Vermisstenfall aus.

"Nach kurzer Zeit zeigte sich aber, dass Rebecca plötzlich und spurlos verschwunden ist, ohne dass es irgendwelche Hinweise darauf gab, dass sie freiwillig verreist, untergetaucht oder sogar entführt sein könnte", so Steltner.

Staatsanwaltschaft stellt klar: Fall Rebecca Reusch "kein Cold Case"

Mehrere Suchaktionen der Polizei blieben erfolglos.
Mehrere Suchaktionen der Polizei blieben erfolglos.  © Patrick Pleul/ZB/dpa

Innerhalb weniger Monate waren über 2.300 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Eine heiße Spur scheint bislang nicht darunter gewesen zu sein. Auch mehrere groß angelegte Suchaktion blieben ohne den erhofften Erfolg.

Zu den Akten wird der Fall aber dennoch nicht gelegt. "Der Fall Rebecca ist für uns kein Cold Case, wir suchen weiter nach Rebecca. In den vergangenen zwei Jahren haben wir Tausende Hinweise aus der Bevölkerung abgearbeitet, sind ihnen nachgegangen und tun das auch weiterhin."

Nachdem es zuletzt ruhiger geworden ist, nahm der Vermisstenfall durch den Podcast ""Im Dunkeln – der Fall Rebecca Reusch" der beiden Journalistinnen Lena Niethammer und Miriam Arndts noch einmal Fahrt auf.

Sie sprachen unter anderem mit der Schwester des Schwagers und einer Zeugin, die eine verdächtige Person im Kummersdorfer Wald gesehen haben will - an jenem Tag als Rebecca verschwand. Ob es sich dabei aber um den Schwager gehandelt habe, könne sie nicht sagen.

Dazu passt: Ein Zeuge meinte ganz in der Nähe den himbeerroten Twingo gesehen zu haben. Die Polizei durchkämmte den Wald - ohne Ergebnis. "Auch nach Jahren können viele Tötungsdelikte noch aufgeklärt werden, darauf bauen wir auch im Fall Rebecca", beendet Steltner das Video.

Titelfoto: Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa, ---/Polizei Berlin/dpa

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