Auf Ex vor Lidl eingestochen: 34-Jähriger gesteht vor Gericht

Lübeck - Vor dem Lübecker Landgericht beginnt am Montag erneut der Prozess gegen einen 34 Jahre alten Mann, der versucht haben soll, seine 31-jährige Ehefrau zu töten. 

Vor dem Landgericht Lübeck muss sich ein 34-Jähriger erneut wegen des Angriffs auf seine Ex verantworten. (Archivbild)
Vor dem Landgericht Lübeck muss sich ein 34-Jähriger erneut wegen des Angriffs auf seine Ex verantworten. (Archivbild)  © Rainer Jensen/dpa

Er soll sie im Januar 2019 auf einem Parkplatz in Ratzeburg im Kreis Herzogtum Lauenburg zu Boden gerissen und mit einem Küchenmesser auf sie eingestochen haben

Nach Angaben der Polizei erlitt die Frau schwere Stich- und Schnittverletzungen unter anderem im Gesicht und am Kopf, die potenziell lebensgefährlich waren. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor. 

Das Landgericht Lübeck hatte den Iraker im Oktober 2019 zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil jedoch aufgehoben. Deshalb muss nun neu verhandelt werden, teilte ein Gerichtssprecher am Sonntag mit.

Die 31-Jährige hatte sich den Angaben zufolge einige Zeit vor der Tat von ihrem Ehemann getrennt und war mit den beiden gemeinsamen Kindern ausgezogen. 

Am Tag vor der Tat soll der Angeklagte erfahren haben, dass seine Ex eine einstweilige Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz gegen ihn erwirkt hatte. Danach hätte sich der Angeklagte seiner Frau und den Kindern nicht mehr nähern dürfen.

Ein Zeuge zeigt Zivilcourage

Stattdessen soll der 34-Jährige am späten Nachmittag des 18. Januar 2019 vor einem Lidl-Markt in der Nähe des Bahnhofs in Ratzeburg mit einem Messer auf seine Frau eingestochen haben, um sie zu töten.

Ein Zeuge habe der Frau zu Hilfe kommen wollen und den Angreifer von ihr heruntergestoßen, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Doch der Angeklagte soll weiter auf die 31-Jährige eingestochen und ihr auch noch ins Gesicht getreten haben. Die Frau überlebte.

Das Gericht hat bislang sechs Hauptverhandlungstage angesetzt und 13 Zeugen sowie zwei Sachverständige geladen. Ein Urteil soll voraussichtlich Mitte Oktober fallen.

Update, 14.40 Uhr: Prozess beginnt mit einem Geständnis

Mit einem Geständnis hat am Montag vor dem Lübecker Landgericht der erneute Prozess gegen einen Mann wegen versuchten Totschlags an seiner Ehefrau begonnen. Er habe im Januar 2019 auf einem Parkplatz in Ratzeburg im Kreis Herzogtum Lauenburg aus Wut auf seine Frau eingestochen, sagte der 34 Jahre alte Angeklagte mithilfe eines Dolmetschers aus. Sie habe gedroht, dass er seine Kinder nicht mehr sehen dürfe. 

Die heute 31 Jahre alte Frau aus dem Irak überlebte die Tat schwer verletzt. Sie sagte, der Angeklagte habe ihr am Tattag auf dem Parkplatz aufgelauert. Der Mann aus dem Irak habe sie von hinten gepackt und mit einem Messer auf sie eingestochen. 

Dabei habe er gedroht, ihr die Augen auszustechen und sie umzubringen. Ein Zeuge kam ihr schließlich zu Hilfe und riss den Angeklagten weg. "Ich hatte Todesangst und habe meiner Begleiterin zugerufen, sie solle meine Kinder verstecken", sagte die 31-Jährige weiter aus. Sie war bereits im Laufe des Jahres 2018 mit ihren Kindern vor ihrem Ehemann in eine eigene Wohnung geflüchtet.

Ein erstes Urteil des Landgerichts Lübeck aus dem September 2019 war nach dem Revisionsantrag des Angeklagten Anfang dieses Jahres teilweise aufgehoben worden. Damals war der 34-Jährige zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. 

Der Bundesgerichtshof hatte bemängelt, dass in dem Urteil der Rücktritt des Angeklagten von der Tat nicht ausreichend berücksichtigt worden sei.

Titelfoto: Rainer Jensen/dpa

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