Zwei Soldatinnen nach Besäufnis vergewaltigt? Kamerad vor Gericht

Kiel - Erst gab es eine Schießübung und ein Trinkgelage. Später soll ein Bundeswehrsoldat zwei Soldatinnen auf einem Truppenübungsgelände in Ostholstein vergewaltigt haben. Jetzt steht der Mann vor Gericht.

Was hat sich auf dem Truppenübungsplatz Todendorf abgespielt? Das beschäftigt das Landgericht in Kiel. (Symbolbild)
Was hat sich auf dem Truppenübungsplatz Todendorf abgespielt? Das beschäftigt das Landgericht in Kiel. (Symbolbild)  © Ralf Hirschberger/dpa

Drei Jahre nach der mutmaßlichen Vergewaltigung der Soldatinnen durch einen Kameraden auf dem Truppenübungsübungsplatz Todendorf im Kreis Plön startet der Prozess am Freitag am Landgericht in Kiel.

Der 32-jährige Angeklagte soll sich am 9. November 2017 nach einer Schießübung und einem anschließenden Trinkgelage in das Zimmer der beiden bereits schlafenden Frauen geschlichen und sie missbraucht haben.

Er wurde noch in der Nacht von Feldjägern festgenommen und der Polizei übergeben. Der Mann bestreitet nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Vorwürfe.

Die beiden Soldatinnen waren den Angaben zufolge zur Tatzeit 18 und 22 Jahre alt. Sie kamen zu der Übung aus Rostock und sollen den Angeklagten noch in der Nacht angezeigt haben.

Das Landgericht will bis Anfang Februar 2021 an insgesamt neun Tagen verhandeln. Die mutmaßlichen Opfer sollen am 4. und 11. Dezember aussagen.

Bundeswehr hält sich zu mehreren Fragen bedeckt

Neun Prozesstage sind bis Anfang 2021 vorgesehen. (Archivbild)
Neun Prozesstage sind bis Anfang 2021 vorgesehen. (Archivbild)  © Markus Scholz/dpa

Ob der Angeklagte noch bei der Bundeswehr dient und welchen Dienstgrad er hat, war zunächst nicht zu erfahren. Auch die Frage der Einheit, zu der der Tatverdächtige und die Soldatinnen gehörten, blieb offen.

Ein Sprecher vom Landeskommando Schleswig-Holstein sagte auf Anfrage lediglich, man äußere sich "in einem laufenden Verfahren grundsätzlich weder zur Person noch zu etwaigen dienstrechtlichen Konsequenzen".

Das Gesetz sieht nach Angaben des Gerichtssprechers für den Vorwurf der Vergewaltigung eine Freiheitsstrafe von nicht unter zwei Jahren vor, es sei denn es handelt sich um einen minder schweren Fall (Paragraf 177 StGB).

Medienberichten zufolge hatten sich bei der Feier zum Abschluss eines Lehrgangs auch Vorgesetzte betrunken.

Im Zuge der öffentlichen Diskussion um Skandale bei der Bundeswehr geriet auch dieser Fall damals in die Schlagzeilen.

Titelfoto: Ralf Hirschberger/dpa

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