Absagen durch das Coronavirus: Das sind die Folgen in Köln

Köln – Der Erlass des NRW-Gesundheitsministers zur Absage von Großveranstaltungen wegen des Coronavirus hat in Köln direkte und weitreichende Auswirkungen. Wir geben einen Überblick.

Am Dienstagnachmittag untersagte die Stadt Köln Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern. Die Anordnung gilt zunächst bis zum Karfreitag (10. April). Die Stadt hat große Veranstalter wie beispielsweise die Philharmonie und den Musical Dome bereits informiert.

Für Ticketinhaber gilt grundsätzlich, dass diese einen Anspruch auf Erstattung des Preises haben.

Für Events mit weniger als 1000 Teilnehmer gelten weiterhin die Handlungsempfehlungen zur Gesundheitsgefährdung, die auf der Homepage der Stadt Köln einsehbar sind.

Bis Dienstagnachmittag (16 Uhr) gab es in Köln 43 Corona-Fälle, von denen vier stationär behandelt werden.

In Köln gibt es bislang 43 bestätigte Fälle des Coronavirus (Symbolbild).
In Köln gibt es bislang 43 bestätigte Fälle des Coronavirus (Symbolbild).  © Andreas Arnold/dpa

Lanxess-Arena pausiert vorerst

In der Kölner Lanxess-Arena, einer der größten Mehrzweckhallen Deutschlands, finden bis auf weiteres keine Veranstaltungen mehr statt. Der Betrieb pausiere, teilte die Lanxess-Arena am Dienstag mit. Man sei aber zuversichtlich, "die Großzahl der betroffenen Veranstaltungen" nachholen zu können. 

"Für uns ist der wirtschaftliche Schaden natürlich immens", machte Geschäftsführer Stefan Löcher deutlich. Für den Betrieb der privatwirtschaftlich betriebenen Halle würden enorm hohe Fixkosten anfallen, und nun stehe man bis auf weiteres ohne Einnahme da.

In Der Lanxess-Arena wird es bis Karfreitag keine Veranstaltungen geben (Archivbild).
In Der Lanxess-Arena wird es bis Karfreitag keine Veranstaltungen geben (Archivbild).  © Oliver Berg/dpa

Lit.Cologne bangt nach Absage um ihre Existenz

Das Literaturfestival Lit.Cologne war wegen der Ausbreitung des Coronavirus unmittelbar vor dem Start abgesagt worden (TAG24 berichtete).  Mit mehr als 200 Veranstaltungen und über 100.000 Besuchern an zwölf Tagen ist die Lit.Cologne nach eigenen Angaben das größte Literaturfestival Europas.

Für das privatwirtschaftlich organisierte Literaturfest, das bisher ohne Subventionen auskam, ist die Absage nach Angaben von Geschäftsführer Rainer Osnowski existenzgefährdend. Er bat deshalb alle Besucher, die schon Eintrittskarten gekauft haben, die Gelder nicht sofort zurückzufordern. Außerdem appellierte er an den Bund, an das Land Nordrhein-Westfalen und an die Stadt Köln, der Lit.Cologne Zuschüsse zu gewähren. Schließlich spiele sie im kulturellen Leben des ganzen Landes eine wichtige Rolle.

Man wolle außerdem versuchen, so viele Lesungen wie möglich auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr zu verschieben. 

Das Literaturfestival Lit.Cologne war am Dienstag kurzfristig abgesagt worden.
Das Literaturfestival Lit.Cologne war am Dienstag kurzfristig abgesagt worden.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Heimspiele des 1. FC Köln ohne Zuschauer

Auch der 1. FC Köln ist von der Anordnung betroffen. Die nächsten beiden Heimspiele gegen Mainz (14. März) und Düsseldorf (21. März) werden ohne Zuschauer als sogenannte Geisterspiele stattfinden.

Der FC stellte am Dienstag den Kartenvorverkauf ein. Der 1. FC Köln kündigte an, alle Ticketinhaber anzuschreiben. Zuvor sollten noch einige offene Fragen geklärt werden. 

© Rolf Vennenbernd/dpa

Geisterkonzert: Kölner Orchester spielt ohne Publikum

Erst Geisterspiele, nun auch noch Geisterkonzerte: Das Kölner Gürzenich-Orchester spielte wegen der Ausbreitung des Coronavirus ein Konzert ohne Publikum. Grund sei der Erlass der Landesregierung zur Absage von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern, teilte die Orchesterleitung am Dienstagnachmittag mit. 

Das für den Abend geplante Konzert mit Werken von Hector Berlioz und Charles Ives wurde aber trotzdem in der Kölner Philharmonie stattfinden - und per Livestream im Internet übertragen. 

In der Kölner Philharmonie gab es am Dienstagabend ein Konzert ohne Zuschauer (Archivbild).
In der Kölner Philharmonie gab es am Dienstagabend ein Konzert ohne Zuschauer (Archivbild).  © Henning Kaiser/dpa

Darts-Turnier in Leverkusen verschoben

Die European Darts Open in Leverkusen (27. bis 29. März) werden verschoben, wie der Weltverband PDC am Dienstagabend mitteilte. 

Die PDC teilte zudem mit, sie arbeite an einem neuen Termin für die Turniere.

 Dart-Legende Peter Wright.
 Dart-Legende Peter Wright.  © Steven Paston/PA Wire/dpa

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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