Nächtliche Ausgangssperre für Köln immer wahrscheinlicher: Krisenstab tagt Freitag

Köln - Sollte der Bundestag den Beschluss des Bundeskabinetts genehmigen, droht Köln eine Ausgangssperre. Das Land und das Gesundheitsministerium haben bereits grünes Licht für die Millionenstadt gegeben. Am morgigen Freitag will der Krisenstab der Stadt zusammenkommen, um die Maßnahme zu besprechen.

Auch in Köln wird über eine nächtliche Ausgangssperre diskutiert.
Auch in Köln wird über eine nächtliche Ausgangssperre diskutiert.  © Mikhail Markovskiy/123RF

Demnach heißt es, dass Städte ab einer Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr verhängen müssen.

Auch für Köln rückt eine Ausgangsperre immer näher.

Wie Kölns Stadtsprecher Alexander Vogel gegenüber dem Express erklärte, wird sich der Kölner Krisenstab "morgen (Freitag, 16. April, Red.) mit der aktuellen Lage, insbesondere der Situation auf den Intensivstationen, erneut beschäftigen und Maßnahmen beraten."

Man wolle unmittelbar handlungsfähig sein.

So wurden laut Vogel bereits mit dem Land mögliche Maßnahmen abgestimmt, "damit sie, sollte der Krisenstab sie morgen beschließen, kurzfristig umgesetzt werden können."

Nächtliche Ausgangssperre "höchstwahrscheinlich"

"Wir haben grundsätzlich der Möglichkeit einer Ausgangssperre in Köln zugestimmt. Die Stadt muss aber dazu noch eine Allgemeinverfügung vorlegen. Dies ist bislang nicht erfolgt. Die nächtliche Ausgangssperre wird von unseren Experten als geeignetes Instrument erachtet, um die steigenden Infektionszahlen in Köln zu bremsen", so eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums gegenüber des "Kölner Stadt-Anzeiger".

Eine nächtliche Ausgangssperre in Köln ab Freitag ist demnach in aller Munde und laut Informationen des Kölner Stadt-Anzeiger "höchstwahrscheinlich".

FDP äußert Kritik an nächtlicher Ausgangssperre

Wie hier in Hamburg, wo seit Karfreitag eine Ausgangssperre gilt, könnte es in Köln vielleicht auch bald aussehen.
Wie hier in Hamburg, wo seit Karfreitag eine Ausgangssperre gilt, könnte es in Köln vielleicht auch bald aussehen.  © Markus Scholz/dpa

Doch nicht alle sind mit der drohenden Ausgangssperre einverstanden.

Volker Görzel, Vorsitzender der Kölner FDP-Ratsfraktion, äußerte sich am Donnerstagmittag kritisch: "Die Corona-Situation stellt alle Verantwortlichen immer wieder vor neue Herausforderungen. Niemand hat ein Patentrezept, wie man der Pandemie am besten begegnet. Gleichwohl müssen alle Coronamaßnahmen abgewogen und verhältnismäßig sein."

Für ihn komme die Ausgangssperre mit einem "Vorschlaghammer" gleich. Laut Görzel seien private Kontakte bereits vor dem drohenden Beschluss eingeschränkt gewesen.

"Die überwiegenden Kontakte, wie Bewegungsstudien anhand von Handydaten eindrucksvoll bewegen, finden jedoch am Tage statt", so der FDP-Vorsitzende.

"Diese, wenn überhaupt, bestenfalls geringe Wirkung rechtfertigt keinesfalls den gravierenden Eingriff in den Kernbereich der verfassungsrechtlich geschützten privaten Lebensgestaltung."

Er bezieht sich darüber hinaus auf aktuelle Studien von Aerosolforschern, die herausfanden, dass an der frischen Luft keine Ansteckungsgefahr drohe.

Wuppertal verhängt Ausgangssperre

Auch Wuppertal zog am Donnerstagmittag die Notbremse und verhängte eine Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, da die Stadt aktuell einen Inzidenzwert von über 200 verzeichnet.

Die geplante Regelung soll ab kommenden Montag, 18. April, in Kraft treten. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit.

Demnach sollen auch alle Einzelhandelsgeschäfte, Museen und Zoos schließen sowie kompletter Distanzunterricht an Schulen eingeführt werden.

Titelfoto: Mikhail Markovskiy/123RF

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