Kartellamt will Verkauf von Real-Filialen genauer prüfen

Bonn – Das Bundeskartellamt wird den geplanten Verkauf von bis zu 101 Real-Filialen an den Großflächen-Discounter Kaufland genauer unter die Lupe nehmen.

Das Kartellamt will den Verkauf von bis zu 101 Real-Filialen überprüfen.
Das Kartellamt will den Verkauf von bis zu 101 Real-Filialen überprüfen.  © Nicolas Armer/dpa

Die Wettbewerbsbehörde teilte am Freitag mit, sie habe eine vertiefte Prüfung der Übernahmepläne eingeleitet.

Die SB-Warenhauskette Real umfasst mehr als 270 Märkte. Sie war erst kürzlich von dem Handelskonzern Metro an den russischen Finanzinvestor SCP verkauft worden.

Der neue Besitzer will die Kette zerschlagen und hat bereits erste Käufer für Unternehmensteile gefunden – darunter Kaufland.

Der Großflächen-Discounter gehört wie Lidl zur Schwarz-Gruppe, einem der größten Lebensmittelhändler Deutschlands.

Wegen der ohnehin hohen Konzentration im Lebensmittelhandel ist das Bundeskartellamt bei Übernahmen in diesem Bereich besonders wachsam.

Ein Schwerpunkt der Untersuchung ist dabei die Einkaufsmacht des Handelsriesen gegenüber den Herstellern.

Das Kartellamt will aktuelle Struktur- und Machtverhältnisse klären

Real wurde erst kürzlich vom Metro-Konzern an einen russischen Investor verkauft.
Real wurde erst kürzlich vom Metro-Konzern an einen russischen Investor verkauft.  © Roland Weihrauch/dpa

Das Bundeskartellamt hat bereits an über 350 Lebensmittelhersteller Auskunftsbeschlüsse versandt, die 17 Produktgruppen betreffen.

Damit sollen die aktuellen Struktur- und Machtverhältnisse auf den Märkten für die Beschaffung von Lebensmitteln ermittelt werden.

Mit Blick auf die Situation der Verbraucher beim Lebensmittelkauf will das Amt außerdem die Marktanteile und Marktverhältnisse in den Einzugsgebieten der Real-Standorte untersuchen.

Die Frist für die vertiefte Prüfung endet am 12. Oktober.

Bislang lägen keine weiteren prüffähigen Fusionsanmeldungen zum Erwerb von Real-Standorten vor, betonte das Kartellamt. 

Allerdings hat auch Edeka mit SCP bereits die Übernahme von 53 Märkten vereinbart.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa / Roland Weihrauch/dpa

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