Reporterin testet die 2G-Kontrollen am 11.11.: Ihr Fazit ist erschütternd

Köln – Zum Sessionsbeginn am 11.11. galt die 2G-Regel in Köln, doch wie gewissenhaft wurde die Corona-Maßnahme wirklich durchgesetzt? Ein WDR-Bericht liefert ernüchternde Ergebnisse.

Eigentlich hatten Karnevalisten nur mit einem 2G-Nachweis Zutritt zur Feierzone in Köln.
Eigentlich hatten Karnevalisten nur mit einem 2G-Nachweis Zutritt zur Feierzone in Köln.  © Oliver Berg/dpa

Westpol-Reporterin Anett Selle war für einen Beitrag der "Aktuellen Stunde" (Ausgabe vom 12. November) undercover in der Feierzone der Karnevalshochburg unterwegs und hat den Test gemacht.

"Wenn mal ein Zertifikat her musste, habe ich immer das einer Frau gezeigt, die 24 Jahre älter ist und komplett anders heißt als ich", erläutert die Journalistin bei Twitter.

Am ersten Club wurde Selle von einem Türsteher aufgehalten und musste neben ihrem Impfnachweis auch ihren Personalausweis vorzeigen. Eine versteckte Kamera nimmt auf, wie der Angestellte die Dokumente beäugt - doch nichts passiert.

Beim Überqueren der Straße: Kind wird von Auto erfasst und schwer verletzt
Köln Unfall Beim Überqueren der Straße: Kind wird von Auto erfasst und schwer verletzt

Obwohl die Namen nicht übereinstimmen, wird die Reporterin herein gelassen. Bei einer Bar wenige Meter weiter das gleiche Spiel. Hier wird noch nicht einmal der Perso verlangt.

"Überall, wo ich rein wollte, bin ich damit rein gekommen", sagt Selle. Viele Menschen wurden sogar gar nicht kontrolliert und konnten sich ganz ohne Hindernis unter die Feiernden im Innenraum mischen.

Auf WDR-Nachfrage verteidigen sich die Wirte. Man sei regelrecht überrollt worden, heißt es in dem Bericht.

Reporterin teilt ihr Fazit bei Twitter mit

"WDR aktuell" berichtet über zu lasche 2G-Kontrollen am 11.11.

Politik verteidigt lasche Corona-Kontrollen in Köln

Karnevalisten feiern in dem 2G-Bereich um den Zülpicher Platz und der Zülpicher Straße in Köln.
Karnevalisten feiern in dem 2G-Bereich um den Zülpicher Platz und der Zülpicher Straße in Köln.  © Thomas Banneyer/dpa

Man fühle sich von der Stadt alleine gelassen, so die Gastronomen. Das Fazit fällt dementsprechend verheerend aus: In keiner einzigen getesteten Bar und an keiner Zutrittskontrolle zur Feierzone ist der falsche Impfnachweis aufgefallen.

In einem anderen Bericht von "WDR aktuell" bezieht die Stadt Köln Stellung zu den laschen 2G-Kontrollen. Die Rede ist hier von "Ausnahmefällen", in denen ungeimpfte Karnevalisten in die Feierzone gelangt seien.

Die 1100 Polizisten, die vor Ort im Einsatz waren, hatten sich nicht an den Corona-Kontrollen beteiligt. Ihre Aufgabe sei es gewesen, Schlägereien zu verhindern.

Winterliches Wetter in NRW: Schneefall auch im Tiefland möglich
Köln Wetter Winterliches Wetter in NRW: Schneefall auch im Tiefland möglich

Die Kölner Oberbürgermeister Henriette Reker (64, parteilos) hatte sich mit einem Statement zur laut gewordenen Kritik geäußert.

Sie argumentierte, dass ein Feierverbot negative Auswirkungen auf die Akzeptanz der Impfkampagne gehabt hätte. Immerhin sei den Menschen versprochen worden, dass sie nach der Impfung Schritt für Schritt ihr normales Leben zurückbekommen würden.

Man wolle am Montag in einer Sondersitzung des Krisenstabs die Geschehnisse vom 11.11. analysieren und seine Lehren daraus ziehen.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

Mehr zum Thema Köln Corona: