Corona-Pandemie in Köln: 468 Infizierte,  wichtige Appelle an alle Bürger!

Köln - In Köln sind mit Stand Mittwochnachmittag 468 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Covid-19 infiziert. Das teilte Kölns Stadtdirektor Stephan Keller (CDU) am Mittwoch mit.

Ein Schild am Uniklinikum Köln.
Ein Schild am Uniklinikum Köln.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Von den 468 mit dem Coronavirus infizierten Menschen befinden sich neun Menschen in einem Krankenhaus. Fünf Patienten liegen auf einer Intensivstation, drei davon seien in einem kritischen Zustand.

Der Anstieg der neuen Infektionen sei steil, aber noch nicht exponenziell, so der Stadtdirektor am Mittwoch während der Pressekonferenz.

Keller betonte erneut, wie wichtig das Einschränken der sozialen Kontakte sei. "Wir alle müssen unsere sozialen Kontakte auf ein Mindestmaß beschränken."

Professor Gerhard Wiesmüller, Leiter der Abteilung Infektions- und Umwelthygiene, appellierte an die Vernunft der Kölner: "Zu Hause sollten keine 'Corona-Partys' in Gruppen veranstaltet und die Kontakte so niedrig wie möglich gehalten werden."

Die Notbetreuung in Kitas und Schulen sei laut Stadtdirektor Keller gut angelaufen. Aktuell befänden sich etwa 1000 Kinder in der Betreuung. 

Die Stadt Köln verwies am Dienstag darauf, dass Unternehmen und Gewerbetreibende bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten infolge der Corona-Pandemie verschiedene steuerliche Hilfsangebote des Steueramtes der Stadt Köln nutzen können. 

Unternehmen wie Ford, Vapiano und die Deutz-Werke hatten bereits über wirtschaftliche Konsequenzen wegen der Corona-Krise informiert. 

Update, 18. März, 18.41 Uhr: Infizierten-Zahl gestiegen, Rückzahlung von Kita-Beiträgen geplant

Wie Stadt Köln am Mittwochabend mitteilte, sind mit Stand 16 Uhr insgesamt 478 Menschen mit dem Coronavirus infiziert..

Die Stadt Köln bereitet nach eigenen Angaben momentan eine Dringlichkeitsentscheidung für den Rat der Stadt Köln vor. Diese sieht vor, für die Tage die Beiträge für Kita, Tagespflege und OGS zu erstatten, an denen die Angebote wegen des Corona-Erlasses nicht betreten werden dürfen. 

Die geplante Rückzahlung würde den städtischen Haushalt mit rund zehn Millionen Euro belasten, hieß es.

Stadtkämmerin Dörte Diemert teilte hierzu mit: "Wir müssen uns in dieser schwierigen Zeit auf die Kernaufgaben konzentrieren und alles dafür tun, dass Strukturen erhalten bleiben. Insbesondere Eltern wird derzeit eine Menge abverlangt, sodass wir uns entschieden haben, hier für Entlastung zu sorgen."

Weil Köln keine Haushaltsüberschüsse habe zähle die Verwaltung darauf, dass die Kommunen in dieser Krise unterstützt werden.

Sie bat Eltern, ihre Zahlungen nicht zu kürzen, da dies zu weiterem Aufwand führe.

Update, 18. März, 17.20 Uhr: Oberbürgermeisterin Henriette Reker bittet um Verzicht

Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) bat die Kölner am Mittwoch um Verzicht.

"Wir schließen per Allgemeinverfügung Verkaufsstellen des Einzelhandels in Köln. Auch wenn es schwerfällt: Vermeiden Sie nicht notwendige soziale Kontakte. In der Stadt ist immer noch zu viel los", schrieb sie bei Facebook.

Ihr Botschaft: "Liebe Kölnerinnen und Kölner, verzichten bedeutet jetzt helfen!" Die Oberbürgermeisterin arbeitet momentan aus dem HomeOffice, da sie Kontakt zu einer Person hatte, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Stadt Köln bittet Bürger um gegenseitige Hilfe

Das Rathaus in Köln.
Das Rathaus in Köln.  © Henning Kaiser / DPA

Die Stadt Köln bittet die Kölner Bürger derweil, sich während der Corona-Pandemie gegenseitig zu helfen und zu unterstützen.

Weil das Coronavirus gebremst werden soll, hatte das Bundesland NRW gravierende und einschränkende Maßnahmen für die Bürger erlassen.

Dadurch sind die Menschen im Alltag eingeschränkt. Jene ohne Unterstützung, Ältere und Risiko-Betroffene seien jetzt besonders auf Hilfe angewiesen! Den gesamten Aufruf und Hilfe-Kontakte findest Du hier.

Ab sofort können sich Hilfesuchende und Freiwillige, die Hilfe anbieten möchten, unter der folgenden Rufnummer oder E-Mail-Adresse melden: 0221-56957816 oder Coronahilfen@caritas-koeln.de.

Die Stadt Köln informiert allgemein auf ihrer Corona-Themenseite im Internet.


Polizei Köln reagiert mit Pandemie-Plan

Um den Dienstbetrieb der Kölner Polizei in der Corona-Krise zu sichern, wurde die Arbeit der Polizei umorganisiert. Polizeipräsident Uwe Jacob teilte am Mittwoch mit: "Die Verantwortlichen im Krisenstab nehmen die Pandemie sehr ernst und sind sich der Verantwortung für alle Beschäftigten der Polizei bewusst."

Die Beamten arbeiteten in Teams, die alle 14 Tage gewechselt werden. Während ein Teil der Polizisten im Dienst ist, halten sich die anderen Bediensteten zu Hause auf. So soll eine mögliche Ausbreitung ausgebremst werden.

Intern seien alle unnötigen Versammlungen und Fortbildungen vorerst ausgesetzt worden.

Kölner Gerichte im Krisenmodus

Der Sitzungsbetrieb an den Kölner Gerichten wird auf das zwingende Maß reduziert, wie eine Sprecherin am Mittwoch mitteilte. 

Sitzungstermine in Straf-, Zivil und Familiensachen sollen nur noch stattfinden, wenn sie keinen Aufschub dulden.

Ob Verhandlungen tatsächlich stattfinden, haben letztlich die jeweiligen Richter zu entscheiden, hieß es.

Beerdigungen nur unter Einschränkungen

Die mit dem Coronavirus verbundenen Einschränkungen haben auch Auswirkungen auf Bestattungen und Trauergesellschaften. 

Beerdigungen dürfen nur noch im engsten Familienkreis und unter freiem Himmel stattfinden, Trauerhallen bleiben vorerst geschlossen. 

Trauernde sollen zudem Abstand voneinander halten und Berührungen vermeiden.

Kölner Abfall Wirtschafsbetriebe setzen Prioritäten

Mitarbeiter der Abfall Wirtschaftsbetriebe.
Mitarbeiter der Abfall Wirtschaftsbetriebe.  © Oliver Berg/dpa

Auch bei den Abfall-Wirtschaftsbetrieben (AWB) der Stadt Köln muss aufgrund des Coronavirus umgeplant werden.

650 gesunde Mitarbeiter sind allein notwendig, um den Müll der Kölner an normalen Werktagen zu beseitigen, so ein Sprecher am Mittwoch. 

"Oberste Priorität der AWB in Zeiten einer Corona- Pandemie ist es, die Abfallentsorgung in Köln mit ausreichend Personal aufrechtzuerhalten", erläuterte der Sprecher die momentane Lage.

Dabei stehe der medizinische Müll aus Krankenhäusern, Pflegeheimen und Arztpraxen an erster Stelle. An zweiter Stelle folge der Hausmüll.

Um die Mitarbeiter zu schützen, greifen die AWB zu folgenden Maßnahmen und bieten folgende Angebot ab sofort nicht mehr an.

  • die Entsorgung von Bauschutt an den Wertstoff-Centern
  • die Annahme von Gewerbeschadstoffen an den Wertstoff-Centern
  • den Verkauf von AWB Restmüllsäcken auf den Betriebshöfen sowie der Hauptverwaltung
  • den Herausstell-Service beim Sperrmüll oder Entrümpelungen

Mehr Müll: Bitte an die Kölner

Weil viele Kölner momentan von zu Hause arbeiten, fällt sehr wahrscheinlich mehr Hausmüll an. Die AWB bitten, konsequent möglichst wenig Müll zu produzieren, um die Arbeit der Müllabfuhr zu erleichtern.

Weil viele Menschen die Zeit zu Hause zum Entrümpeln nutzen, bitten die AWB darum, genau diese Arbeit auf später zu verlegen. Der Frühjahrsputz sorgt in den Werstoff-Centern für mehr Arbeit.

Fragen hierzu nehmen die AWB per E-Mail an unter kundenberatung@awbkoeln.de, oder am Service-Telefon unter 02 21/ 9 22 22 24

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Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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