Coronavirus in Köln: 65 Menschen infiziert, Hilfe für Bürger und Unternehmen

Köln - Das Coronavirus hat in Köln bislang nachweislich 65 Menschen infiziert. Sie wurden positiv getestet, wie die Stadt Köln mit Stand vom Donnerstagabend mitteilte. Wie hoch die Dunkelziffer ist, bleibt ungewiss. Das Stadtleben in Köln wird hart getroffen.

Das Coronavirus sorgt in Köln für etliche Einschränkungen.
Das Coronavirus sorgt in Köln für etliche Einschränkungen.  © Oliver Berg/dpa

Von den jetzt 65 bestätigten Infizierten befinden sich 64 Kölner in Quarantäne. Erst eine Person wurde bislang aus der Quarantäne entlassen.

Die Maternus-Grundschule in Köln-Nippes bleibt bis zum 20. März komplett geschlossen, die Gesamtschule Rodenkirchen an der Sürther Straße bleibt am Freitag, 13. März 2020, geschlossen.

Vorsichtsmaßnahmen und Erlasse sollen nicht nur die Ausbreitung des Coronavirus bremsen, sondern treffen auch konkret das Kölner Stadtleben.

In Kraft ist bereits der NRW-Erlass für Großveranstaltungen mit über 1000 Besuchern, die nicht mehr stattfinden dürfen.

Der Krisenstab der Stadt Köln hat an diesem Donnerstag weitere Einschränkungen für städtische Veranstaltungsorte getroffen. 

Die Kölner Philharmonie und die Bühnen Köln mit Ausweich-Oper, Tanz und Schauspiel bleiben bis einschließlich Karfreitag, den 10. April 2020, geschlossen.

Karten können getauscht oder kostenlos zurückgegeben werden, hieß es. Die städtischen Museen, Bibliotheken und das Historische Archiv bleiben vorerst geöffnet. Auch der Kölner Dom bleibt mit Einschränkungen vorerst geöffnet.

Großveranstaltungen wie Messen und Konzerte stark getroffen

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos).
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos).  © Marius Becker / dpa

Die Messestadt Köln ist aufgrund etlicher Messe-Absagen bereits wirtschaftlich schwer getroffen. So wurden unter anderem die "Fibo"-Fitnessmesse und die "Internationale Eisenwarenmesse" verschoben.

In der Lanxess-Arena fallen sämtlich Großveranstaltungen vorerst aus. Der wirtschaftliche Schaden für Hoteliers, Messeveranstalter, Aussteller und Gaststätten-Inhaber ist somit enorm.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird auch die Art Cologne als größte deutsche Kunstmesse um einige Monate verschoben. 

Sie soll im November stattfinden, teilte die Kölner Messe am Donnerstag mit.

Die Stadt Köln richtet aktuell eine Anlaufstelle für betroffene Unternehmen bei der "KölnBusiness" ein, wie ein Sprecher der Stadt Köln mitteilte.

"Wir nehmen die Sorgen der Kölner Unternehmen sehr ernst. Die KölnBusiness Wirtschaftsförderung bietet mit ihren Fachleuten einen kompetenten Ansprechpartner. Darüber hinaus werden wir in den kommenden Tagen über weitere Unterstützungsleistungen der Stadtverwaltung beraten", so Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Auch die privaten Kölner Kultureinrichungen haben mit starken Umsatzrückgängen aufgrund des Coronavirus zu kämpfen. So forderte der "Club Bahnhof Ehrenfeld" am Abend schnelle Hilfe.

"Wenn wir aus Solidarität und Überzeugung heraus freiwillig unsere Läden schließen, gehen wir komplett selbst in die Haftung und verwirken angesichts der momentanen Rechtslage die Zukunft unserer Betriebe und damit auch die Existenzen aller unserer Mitarbeiter", hieß es in einem Schreiben an die Kölner Oberbürgermeisterin. Ein Verbot für alle Veranstaltungen wurde gefordert, um so das Haftungsproblem zu regeln.

Update, 21.47 Uhr: Uni Köln verschiebt Semesterstart

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird der Start des Sommersemesters an der Universität Köln verschoben. Das Semester soll statt am 1. April erst nach Ostern beginnen, wie ein Unisprecher bestätigte. Der Kölner Stadtanzeiger berichtete über die Semesterverschiebung.

Coronavirus: Hilfe für Bürger

An der Uni Köln wurde ein Mitarbeiter der Zentralverwaltung positiv auf das Virus getestet, wie die Uni am Donnerstag mitteilte. Das Gesundheitsamt sei eingebunden. Die Kontaktpersonen wurden identifiziert und vorerst nach Hause geschickt. 

Da bei konkreten Corona-Fällen viele Fragen durch Betroffene auftauchen, hat die Stadt Köln einen Katalog erarbeitet, der die wichtigsten Antworten in verschiedenen Sprachen geben soll.

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes empfehlen weiterhin die Hygienemaßnahmen einzuhalten, die auch vor einer Influenza-Infektion schützen.

Dazu gehören kein Händegeben, regelmäßiges Händewaschen, nicht mit den Händen ins Gesicht fassen.Die Stadt Köln hat auch ein Bürgertelefon eingerichtet, das unter 0221/221-33500 tagsüber zu erreichen ist. Hier können Bürger mit konkreten Fragen zum Coronavirus anrufen.

Weitere Informationen zum Coronavirus in ganz NRW findest du hier, die NRW-Regierung informiert auf seiner eigenen Webseite. Alle Infos im ++ Coronavirus-Liveticker ++

Der 1. FC Köln musste bei Borussia Mönchengladbach das erste Geisterspiel der 1. Bundesliga austragen.
Der 1. FC Köln musste bei Borussia Mönchengladbach das erste Geisterspiel der 1. Bundesliga austragen.  © Fabian Strauch/dpa

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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