Bundesweite Razzien gegen Kinderpornos: 1000 Polizisten waren im Einsatz

Köln – Es ist ein so wichtiger Kampf, der entsprechend mit aller Härte geführt wird: Die Kölner Polizei hat am Mittwoch Details zu den bundesweiten Razzien gegen Kinderpornografie am Vortag bekannt gegeben.

Kriminaldirektor Michael Esser (Leiter BAO Berg) beantwortet während einer Pressekonferenz Fragen der Journalisten zum bundesweiten Einsatz gegen Kinderpornografie am Vortag.
Kriminaldirektor Michael Esser (Leiter BAO Berg) beantwortet während einer Pressekonferenz Fragen der Journalisten zum bundesweiten Einsatz gegen Kinderpornografie am Vortag.  © Roland Weihrauch/dpa

Am Dienstag seien in zwölf Bundesländern insgesamt 60 Objekte durchsucht worden. 

Die Zahl der Tatverdächtigen erhöhe sich durch neue Hinweise um vier auf 50, darunter seien auch zwei Frauen. Haftbefehle liegen noch nicht vor. Bei den Einsätzen gegen Kinderpornografie gab es laut Angaben der Polizei vier Leichtverletzte.

Den Beschuldigten wird die Verbreitung und/oder der Besitz von kinderpornografischem Material vorgeworfen. Nach aktueller Informationslage gibt es keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch die Tatverdächtigen. Es war der bislang größte Einsatz der Ermittlungsgruppe BAO Berg. 

Dies wird auch deutlich durch den Blick auf Zahl der beteiligten Polizisten. Insgesamt waren knapp 1000 Beamte im Einsatz, darunter auch Spezialkräfte. 

Bei den Durchsuchungen wurden über 2000 Asservate, also Beweismittel, sichergestellt bei denen es sich größtenteils um elektronische Datenträger handelt. Außerdem soll der Inhalt von zwei verschlossenen Tresoren geprüft werden.

Geplant worden war der Einsatz von Köln aus. Die Aktion wurde mit Zentren in den Bundesländern koordiniert.

Bayern und NRW als Schwerpunkte der Razzien

Oberstaatsanwalt Markus Hartmann (Leiter Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime/ZAC) beantwortet während einer Pressekonferenz Fragen der Journalisten.
Oberstaatsanwalt Markus Hartmann (Leiter Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime/ZAC) beantwortet während einer Pressekonferenz Fragen der Journalisten.  © Roland Weihrauch/dpa

In NRW waren insgesamt 280 Beamte im Einsatz. Hier wurden Objekte in Bonn, Düsseldorf, Köln und Recklinghausen durchsucht.

Die meisten Razzien gab es in Bayern mit 15 durchsuchten Objekten und 13 Tatverdächtigen.

Ein Tatverdächtiger in Sachsen soll durch einen Vorwand versucht haben, sein Smartphone zu zerstören. Dies habe die Polizei jedoch verhindern können. In einem anderem Fall habe es ein Präventionsgespräch mit einem Vater gegeben, dessen Bruder zum Kreis der Beschuldigten gehört.

Auf die Spur der Tatverdächtigen gelangte die Polizei durch Daten eines Messengerdienstes sowie aufwendige Arbeiten zur Identitätsfeststellung.

Kriminaldirektor Michael Esser sprach von einem erfolgreichen Einsatz. Im Kampf gegen Kindesmissbrauch würden weiterhin alle technischen und rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden, um möglichst viele Kinder zu schützen. 

Laut Oberstaatsanwalt Markus Hartmann handelt es sich um ein neues Deliktfeld mit vernetzten Strukturen. Insgesamt gibt es nun bereits 113 Verdachtsfälle außerhalb von NRW.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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