Eigene Oma (86) brutal erwürgt: Beamte störten Enkel (35) bei Entsorgung der Leiche

Bonn - Nach der Tötung einer 86-jährigen Frau beginnt am Montag (9.00 Uhr) vor dem Bonner Landgericht der Prozess gegen ihren Enkel und eine mutmaßliche Mittäterin wegen Mordes.

Der 35-Jährige soll seine Großmutter laut Anklage im vergangenen September in ihrem Garten in Bonn erwürgt haben. Er wurde noch am Tatort festgenommen. (Symbolfoto)
Der 35-Jährige soll seine Großmutter laut Anklage im vergangenen September in ihrem Garten in Bonn erwürgt haben. Er wurde noch am Tatort festgenommen. (Symbolfoto)  © Oliver Berg/dpa

Der 35-Jährige soll seine Großmutter laut Anklage im vergangenen September in ihrem Garten in Bonn erwürgt haben.

Zuvor sollen beide Angeklagte das Haus der alten Dame, die sich in einer Kur befand, nach Geld und Wertgegenständen durchsucht und ausgeräumt haben. Als die Seniorin aus der Kur zurückkam, soll der Enkel sie im Vorgarten abgefangen und angegriffen haben.

Eine Nachbarin hatte die Schreie gehört und die Polizei alarmiert. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Opfers feststellen. Der Enkel wurde am Tatort festgenommen.

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Seine ebenfalls angeklagte 33 Jahre alte Bekannte soll sich zur Tatzeit in ihrer Wohnung befunden haben. Laut Anklage sollte sie dem 35-Jährigen ursprünglich ein Alibi geben, dass er den Abend mit ihr verbracht habe.

Der Enkel war erst im Januar 2020 nach einer sechsjährigen Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen worden. Seine Oma hatte ihn damals in ihrem Haus aufgenommen.

Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage bis Mitte Juni terminiert.

Update, 10. Mai, 16.39 Uhr: Streifenpolizisten störten bei Entsorgung der Leiche

Nachdem der Prozess gestartet ist, sind nun weitere Details zur Tat bekannt geworden. Den Mordplan heckte der 35-Jährige laut Anklage gemeinsam mit einer mitangeklagten Komplizin aus. Das Duo muss sich wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten. Ihnen werden gleich drei Mordmerkmale vorgeworfen: Habgier, Heimtücke sowie Verdeckung einer Straftat. Beide Angeklagte sind Deutsche.

Offenbar war der Angeklagte am Tatabend durch das Eintreffen eines Streifenwagens bei der Vertuschung des Verbrechens und Entsorgung der Leiche gestört worden. Eine Nachbarin hatte Schreie gehört und die Polizei gerufen. Wie eine 33-jährige Polizeikommissarin am Montag als Zeugin berichtete, hatte ihnen der Angeklagte geöffnet und unaufgefordert erklärt, dass seine Oma immer noch in Kur sei, ihr Aufenthalt sei überraschend verlängert worden.

In das Haus seiner Großmutter, wo er seit seiner Haftentlassung im Januar 2020 lebte, wollte er die Polizei nicht lassen. Zufällig entdeckten sie im Licht einer Taschenlampe eine Blutlache auf dem Steinweg zum Haus, die mit Hilfe eines Wasserschlauchs entfernt werden sollte. Daneben lag auch eine kaputte Damenbrille. "Ich hatte ein ungutes Bauchgefühl", sagte die Kommissarin. "Da steckt mehr dahinter." Sie holten sich Verstärkung. Schließlich wurde die Leiche der 86-Jährigen im Vorgarten unter eine Hecke gefunden. Sie lag unter einer grauen Decke und hatte einen Strick um den Hals. Der Enkel wurde festgenommen. Laut Anklage hatte er es auch auf das Erbe abgesehen.

Der Prozess begann mit Verzögerungen. Der Angeklagte, der sich zu den Vorwürfen nicht äußern wollte, hat behauptet, die Anklage nicht erhalten zu haben. Tatsächlich hatte der 35-Jährige das Dokument, das ihm bereits im Februar in der JVA Köln zugestellt worden war, ungeöffnet zurückgeschickt, mit den Worten: "Ich freue mich auf die Verhandlung. Sie auch?" Ein Aussetzungsantrag des Verteidigers wurde vom Gericht abgelehnt. "Wer eine zugestellte Anklageschrift nicht zur Kenntnis nehmen will, verantwortet das selber."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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