Kinder und Clankriminalität: NRW setzt auf "Sorge statt Drohung"

Düsseldorf – Im Kampf gegen Clankriminalität in Nordrhein-Westfalen hat das Land eine positive Zwischenbilanz des Präventionsprojekts "Integration, Orientierung, Perspektiven!" gezogen.

Laut NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) sollen Kinder durch das Präventionsprojekt Wertschätzung statt Ablehnung erfahren.
Laut NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) sollen Kinder durch das Präventionsprojekt Wertschätzung statt Ablehnung erfahren.  © Marius Becker/dpa

Die bisherige Resonanz des im April im Ruhrgebiet gestarteten Programms sei "ganz überwiegend positiv", sagte ein Sprecher des Innenministeriums auf dpa-Anfrage.

Das Projekt zielt konkret auf Kinder ab. 23 Jungen und 3 Mädchen würden bereits begleitet. Drei Familien hätten das Angebot abgelehnt. Eine Ausweitung ist geplant.

Mit dem Programm will die Landesregierung positiven Einfluss auf auffällige 8- bis 14-Jährige aus dem kriminellen Clanmilieu und ihre Eltern nehmen, etwa durch soziale Kompetenztrainings.

Ihnen sollen Alternativen zu einem kriminellen Lebenswandel aufgezeigt werden.

"In unserem Programm geht es um Wertschätzung statt Ablehnung. Sorge statt Drohung. Wenn die Menschen bereit sind, sich von Straftaten und Straftätern zu distanzieren, können sie sich unserer Unterstützung gewiss sein", sagte NRW-Innenminister Herber Reul (68, CDU) der Deutschen Presse-Agentur dpa auf Anfrage.

Bei Polizeieinsätzen gegen Clankriminalität wurden in 2019 rund zwei Millionen Euro sichergestellt. (Symbolbild)
Bei Polizeieinsätzen gegen Clankriminalität wurden in 2019 rund zwei Millionen Euro sichergestellt. (Symbolbild)  © Marcel Kusch/dpa

Das Thema Clankriminalität beschäftigt die NRW-Behörden mit 1478 Strafverfahren gegen mutmaßliche Clanmitglieder (Stand Juni 2020). Dabei geht es um schwere Straftaten wie Gewalt, Raub oder Tötung.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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