Nach Blockade von Shell-Raffinerie bei Köln: Sechs Aktivisten kurz in Gewahrsam

Köln - Umweltaktivisten hatten am Freitag stundenlang die Zufahrt zur Shell-Raffinerie in Wesseling bei Köln blockiert. Sechs Aktivisten kamen kurz in Gewahrsam der Polizei.

Die Polizei löste ein Teil der Demonstration auf. Aktivisten hatten die Zufahrt zur Shell-Raffinerie am Freitag blockiert.
Die Polizei löste ein Teil der Demonstration auf. Aktivisten hatten die Zufahrt zur Shell-Raffinerie am Freitag blockiert.  © David Young/dpa

Sie hatten zuvor mit Kajaks den Godorfer Rhein-Hafen, über den Tankschiffe die Raffinerie anfahren, blockiert.

Nach Angaben der Polizei Rhein-Erft hatten am frühen Morgen rund 50 Menschen zwei Eingänge zum Shell-Gelände blockiert

Vier Personen hätten sich in einem mit Beton gefüllten Fass festgekettet und konnten erst am Nachmittag von der Polizei befreit werden. 

Insgesamt hätten die Aktivisten sich friedlich verhalten.

Acht Personen versperrten mit Kajaks die Hafen-Zufahrt, wie ein Sprecher der Kölner Polizei sagte. "Wir mussten sie alle einzeln aus dem Wasser holen." 

Eine Frau habe an einem Seil gehangen, das über die Hafenzufahrt gespannt war. Die Polizei nahm von allen Demonstranten die Personalien auf und fertigte zum Teil Strafanzeigen. 

Sechs Aktivisten seien vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Fünf wurden wieder entlassen, ein Jugendlicher dem Jugendamt übergeben, teilte die Polizei mit.

Hafenzufahrt stundenlang blockiert

Die Aktivisten hatten auch die Hafen-Zufahrt blockiert.
Die Aktivisten hatten auch die Hafen-Zufahrt blockiert.  © David Young/dpa

Nach Angaben eines Shell-Sprechers stauten sich zunächst mehrere Tanklastwagen vor dem Tor der Raffinerie, seien dann jedoch zu einer anderem Zufahrt umgeleitet worden. 

Die Hafenzufahrt war stundenlang nicht passierbar: Vier bereits beladene Schiffe hätten den Hafen nicht verlassen, und mehrere Schiffe nicht einfahren können, sagte ein Sprecher der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK).

Bei dem Protest handelte es sich nach Angaben der Veranstalter um eine von mehreren Aktionen bundesweit unter dem Motto "Aufstand mit Abstand – Klima retten, Kapitalismus überwinden".

Die Aktionen sollten auf den Zusammenhang von Kapitalismus und Klimakrise hinweisen, teilte eine Sprecherin mit.

An den Protesten seien Aktivisten verschiedener Gruppen beteiligt, darunter "Fridays for Future", "Extinction Rebellion" und "Ende Gelände".

Titelfoto: David Young/dpa

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