Schmuggel im ganz großen Stil: Unfassbar, was Kölner Zöllnern alles ins Netz geht

Köln – Rund 3,3 Tonnen Drogen, Fake-Produkte für knapp 26,9 Millionen Euro und mehr als 2,8 Millionen unversteuerte Zigaretten: Das Hauptzollamt Köln hat Bilanz für das vergangene Jahr 2020 gezogen.

In Nähmaschinen waren 30 Kilogramm Opium im Wert von 400.000 Euro versteckt.
In Nähmaschinen waren 30 Kilogramm Opium im Wert von 400.000 Euro versteckt.  © Hauptzollamt Köln

Die Kölner Zöllner hatten auch im Corona-Jahr wieder alle Hände voll zu tun. Besonders was den Schmuggel von Rauschgift angeht, beobachten die Experten eine Besorgnis erregende Tendenz.

"Bei Crystal Meth haben sich unsere Aufgriffsmengen zum Vorjahr mehr als vervierfacht und bei Heroin, Haschisch und Marihuana mehr als verdreifacht", teilte Jens Ahland, der Pressesprecher des Hauptzollamts Köln mit.

Unterm Strich wurden rund 3,3 Tonnen Drogen sichergestellt. Die größten Anteile daran haben das in Deutschland illegale Khat (1639 Kilogramm) sowie Marihuana (1165 Kilogramm).

Hinzu kommen Unmengen an Heroin (49,8 Kilogramm), Kokain (58,5 Kilogramm), Crystal Meth (31,4 Kilogramm), Amphetamin (275,8 Kilogramm), Haschisch (104,7 Kilogramm) sowie Ecstasy-Pillen (117.207 Stück).

Bei der Suche nach den illegalen Substanzen spielte Spürhund Finch eine entscheidende Rolle: "Seine feine Nase führte uns zu 30 Kilogramm Rohopium im Wert von rund 400.000 Euro, versteckt in elf Nähmaschinen aus dem Irak", so Ahland.

Spürhund Finch hat für das Hauptzollamt Köln einen guten Riecher bewiesen.
Spürhund Finch hat für das Hauptzollamt Köln einen guten Riecher bewiesen.  © Hauptzollamt Köln

Reptilien in Stoffpuppen eingenäht, Rekordfund bei Zigaretten-Schmuggel

Viele geschützte Tiere, die nach Deutschland eingeführt werden sollten, stammen aus Mexiko. Auch für Zigaretten fanden Schmuggler teilweise kuriose Verstecke (z.B. in Luft- oder Wasserfiltern).
Viele geschützte Tiere, die nach Deutschland eingeführt werden sollten, stammen aus Mexiko. Auch für Zigaretten fanden Schmuggler teilweise kuriose Verstecke (z.B. in Luft- oder Wasserfiltern).  © Montage: Hauptzollamt Köln

Auch was die Sicherstellung von gefälschten Markenprodukten angeht, waren die Fahnder erfolgreich. Neben dem Flughafen Köln/Bonn wurden auch durch die Zollämter Bonn, Gummersbach, Köln-West, Wahn rund 136.000 Waren aus dem Verkehr gezogen.

Dabei handelte es sich unter anderem um Fake-Taschen, Uhren, Schuhe, Brillen, Kleidung, Handys im Wert von insgesamt knapp 27 Millionen Euro.

Allein im vergangenen Oktober ging den Zöllnern ein Rekordfund von mehr als 1,7 Millionen geschmuggelter Zigaretten ins Netz. Insgesamt wurden in 2020 mehr als 2,8 Millionen unversteuerte Zigaretten am Flughafen Köln/Bonn aus dem Verkehr gezogen.

Einen weiteren großen Schmuggel deckten die Fahnder im Herbst auf, als 26 artengeschützte Reptilien aus Mexiko in Paketen mit mexikanischen Süßigkeiten, Souvenirs und Spielsachen getarnt waren. Manche von ihnen waren in kleine Stoffpuppen eingenäht und überlebten den Transport nicht.

Die Gesamteinnahmen aus dem vergangenen Jahr beziffert das Hauptzollamt Köln auf 3,73 Milliarden Euro.

Titelfoto: Hauptzollamt Köln

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