Kindesmissbrauch in Lügde: Gericht soll Zeugen zu Aussage bewegen

Düsseldorf – Weil Zeugen im Missbrauchsfall Lüdge keine Aussage machen wollen, hat der Untersuchungsausschuss das Oberlandesgericht Düsseldorf eingeschaltet.

Das Landgericht Düsseldorf wurde im Missbrauchsfall Lügde eingeschaltet.
Das Landgericht Düsseldorf wurde im Missbrauchsfall Lügde eingeschaltet.  © Marcel Kusch/dpa

Die Anträge seien eingegangen, ein Ermittlungsrichter werde darüber entscheiden, sagte ein Sprecher des Gerichts am Freitag.

Den zwei betroffenen Zeugen drohten ein Ordnungsgeld beziehungsweise Ordnungshaft oder Erzwingungshaft. Gegen wen sich die Anträge konkret richteten, wurde nicht gesagt.

In dem Ausschuss des Landtages von Nordrhein-Westfalen hatten sich Zeuginnen, die im Tatzeitraum beim Jugendamt Hameln-Pyrmont in Niedersachsen tätig waren, mehrfach auf ein Auskunftsverweigerungsrecht berufen. Der "Spiegel" berichtete über die Anträge.

Der Untersuchungsausschuss des Landtags versucht aufzuklären, wie es zu dem hundertfachen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lüdge kommen konnte, ohne dass Behörden auf die kriminellen Vorgänge aufmerksam wurden.

Im Mittelpunkt steht das Leid eines kleinen Mädchens, das als Pflegekind zu einem Pädokriminellen auf den Campingplatz gegeben worden war.

Bei dem Prozess 2019 sind zwei Männer zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. (Archivbild)
Bei dem Prozess 2019 sind zwei Männer zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. (Archivbild)  © Bernd Thissen/dpa-POOL/dpa

Da der Mann im lippischen Lügde lebte und die Kindsmutter in Hameln-Pyrmont in Niedersachsen, waren zwei Jugendämter über die Landesgrenzen mit dem Fall beschäftigt.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa / Bernd Thissen/dpa-POOL/dpa

Mehr zum Thema Köln:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0