Einsturz des Stadtarchivs: Verzichtet die Stadt Köln auf 700 Millionen Euro?

Köln – Vor elf Jahren stürzte das Kölner Stadtarchiv ein - jetzt soll sich die Stadt Köln laut Medienberichten mit mehreren Firmen auf einen Vergleich geeinigt haben.

Das Kölner Stadtarchiv war am 4. März 2009 eingestürzt (Archivbild).
Das Kölner Stadtarchiv war am 4. März 2009 eingestürzt (Archivbild).  © Oliver Berg/dpa

Die Einigung sieht demnach vor, dass die Baufirmen der Stadt 600 Millionen Euro bezahlen sollen, die dafür auf alle weiteren Ansprüche verzichte. 

Die gesamte Schadenssumme werde von der Stadt auf 1,3 Milliarden Euro veranschlagt, berichteten am Donnerstag der "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Kölnische Rundschau".

Auf die restlichen 700 Millionen Euro würde die Stadt demnach verzichten. Über diese Einigung solle noch Ende dieses Monats der Stadtrat entscheiden.

Ein Sprecher der Stadt wollte die Berichte zunächst weder bestätigen noch dementieren. 

Ein Sprecher der Firma Bilfinger bestätigte die Einigung auf 600 Millionen Euro, vorbehaltlich einer Zustimmung des Stadtrats. Auf Bilfinger würden dabei 200 Millionen Euro entfallen. 

"Wir freuen uns, dass wir damit einen weiteren Schritt zur Beseitigung von Altlasten machen, falls der Rat zustimmt", sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahlung habe keine finanziellen Auswirkungen auf das Unternehmen. "Wir sind ausreichend versichert."

Zwei Todesopfer und hoher Schaden bei Archiveinsturz im Jahr 2019

Bei dem Einsturz am 3. März 2009 waren zwei Anwohner ums Leben gekommen. Unzählige historische Dokumente wurden verschüttet und werden seitdem restauriert, was noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen soll. 

Das Kölner Landgericht hatte 2018 geurteilt, dass das Archiv wegen eines gravierenden Fehlers beim Bau einer neuen U-Bahn-Haltestelle unterhalb des Gebäudes eingestürzt war (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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