Erzbistum Köln: Zwei Mitglieder verlassen Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt

Köln – Ein halbes Jahr nach Arbeitsbeginn haben zwei Mitglieder der Unabhängigen Kommission im Erzbistum Köln zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt das Gremium verlassen.

Das Kölner Erzbistum kämpft seit langer Zeit mit dem Aufarbeitungsprozess. (Symbolbild)
Das Kölner Erzbistum kämpft seit langer Zeit mit dem Aufarbeitungsprozess. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Am Dienstag gab die frühere Staatssekretärin im NRW-Familienministerium, Marion Gierden-Jülich (71), ihren Rückzug bekannt. Bereits am Vortag war der Rücktritt des Vorsitzenden, des Kölner Juristen Prof. Stephan Rixen (55), bekannt geworden. Beide waren vom Land Nordrhein-Westfalen entsandt worden. Die Anfang Juni eingerichtete Kommission hat sieben Mitglieder. Zwei wurden durch den Betroffenenbeirat und drei durch das Erzbistum benannt.

"Die Situation im Erzbistum ist so, dass wir unsere Arbeit nicht in Ruhe machen können", sagte Gierden-Jülich der Kölnischen Rundschau (Mittwoch).

Sie habe durchaus Vertrauen in die Arbeit der anderen Kommissionsmitglieder. "Aber die besondere Situation im Erzbistum Köln macht eine konstruktive und sachbezogene Auseinandersetzung im Aufarbeitungsprozess nahezu unmöglich", heißt es in einer am Dienstag vom Erzbistum veröffentlichen persönlichen Mitteilung von Gierden-Jülich.

Streitpunkte im Erzbistum sind unter anderem der Umgang mit Missbrauchsvorwürfen und eine vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki geförderte kirchliche Hochschule.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

Mehr zum Thema Köln: