Gestank in Kölner Vierteln durch Chemieunfall: Einsatz bei Campina wird noch Stunden dauern

Köln – Mit speziellen Schutzanzügen rückte die Feuerwehr am Vormittag zu einem Gefahrguteinsatz bei der Firma "Friesland Campina" an der Geldernstraße in Köln aus. Offenbar war es dort zu einem Chemieunfall gekommen.

Bevor die Feuerwehrleute die Tanks näher begutachteten, wurden ihnen Schutzanzüge übergezogen.
Bevor die Feuerwehrleute die Tanks näher begutachteten, wurden ihnen Schutzanzüge übergezogen.  © Jens Krüger

Wie die Feuerwehr wenig später mitteilte, rief die Betriebsleitung des Milchproduzenten um 11.21 Uhr die Einsatzkräfte.

Aus bislang ungeklärter Ursache sei es zu einem Fehler bei der Befüllung unterirdischer Tanks gekommen, bei dem Ameisensäure und Natronlauge vermischt wurden.

"Beim Abtanken eines Tanklasters auf dem Werksgelände – in dem laut der offiziellen Papiere Natronlauge als Ladung deklariert war – wurde festgestellt, dass sich darin eine andere chemische Substanz befand", hieß es seitens einer Pressesprecherin des Unternehmens.

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Als die Einsatzkräfte eintrafen, hatte die Firmenleitung bereits dafür gesorgt, dass das gesamte Werksgelände geräumt wurde.

Zehn Mitarbeitende wurden nach erster Untersuchung durch einen Notarzt ohne Symptome, dennoch vorsorglich, in ein Krankenhaus gebracht.

Der Einsatz begann um 11.21 Uhr und wird nach Einschätzung der Feuerwehr noch mehrere Stunden andauern.
Der Einsatz begann um 11.21 Uhr und wird nach Einschätzung der Feuerwehr noch mehrere Stunden andauern.  © Lars Jäger

Gestank nach Erbrochenem wabert durch Köln

Zu diesem Zeitpunkt wurde das Gelände bereits untersucht. Feuerwehrleute in Spezialanzügen stellten in der direkten Umgebung der Tanks einen Temperaturanstieg fest. Allerdings ging davon keine Gefahr aus und ein Austritt der Chemikalien wurde ebenfalls nicht festgestellt.

Da es in den angrenzenden Gebieten Nippes, Mauenheim, Bilderstöckchen und Ehrenfeld zu einer Geruchsbelästigung kam, wurde nach TAG24-Informationen die Warn-App "Nina" ausgelöst. In den Vierteln roch es kurzzeitig nach saurer Milch und Erbrochenem.

Die Ursache für den Vorfall konnte auch am Nachmittag noch nicht vollständig geklärt werden. Der Einsatz werde noch mehrere Stunden andauern, so die Feuerwehr.

Titelfoto: Lars Jäger

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