Heftiges Urteil nach tödlichem Archiv-Einsturz in Köln: Doch kein Freispruch!

Köln/Karlsruhe – Mehr als zwölf Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs mit zwei Toten hat der Bundesgerichtshof (BGH) am heutigen Mittwoch seine Entscheidung über die Freisprüche von zwei Bauleitern verkündet.

Von dem historischen Stadtarchiv in Köln sind nach dem Einsturz nur noch Trümmer übrig geblieben. Zwei Menschen starben bei dem Unglück. (Archivfoto)
Von dem historischen Stadtarchiv in Köln sind nach dem Einsturz nur noch Trümmer übrig geblieben. Zwei Menschen starben bei dem Unglück. (Archivfoto)  © Oliver Berg/dpa

Die Männer waren vor rund drei Jahren vom Landgericht Köln vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Aus Sicht der Richter hatten die Männer zwar Sorgfaltspflichten verletzt. Dies sei aber nicht die Ursache für die Katastrophe gewesen.

Gegen das Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Der BGH verhandelte im Juli dieses Jahres darüber.

Die Vertreterin des Generalbundesanwaltes hatte das Kölner Urteil als durchgehend rechtsfehlerhaft bezeichnet, die Verteidigung hingegen als gut begründet. Nun sind die BGH-Richter am Zug.

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Bei dem Einsturz am 3. März 2009 waren zwei junge Männer ums Leben gekommen. Es entstanden gewaltige Schäden, unzählige historische Dokumente wurden verschüttet.

Zu dem Unglück kam es im Zusammenhang mit Bauarbeiten für eine U-Bahn-Haltestelle in unmittelbarer Nähe des Archivs. Dabei war die Wand einer Baugrube nicht fachgerecht erstellt worden und große Mengen an Grundwasser drangen ein. Sand, Erde und Wasser strömten in die Grube.

Unter den benachbarten Gebäuden entstand ein Hohlraum. Das Archiv und zwei Wohnhäuser stürzten ein.

Update, 15.10 Uhr: Freisprüche aufgehoben

Der BGH hat die Freisprüche von zwei Bauleitern aufgehoben. Damit wird der Mammutprozess um die Katastrophe vom 3. März 2009 in Teilen wieder aufgerollt.

Eine andere Kammer des Landgerichts Köln muss nun neu entscheiden.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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