Hunderte bei Corona-Demos in Köln und Düsseldorf: Drei Polizisten verletzt

Köln/Düsseldorf – Bei einer Demonstration auf dem Kölner Heumarkt haben am Samstagabend Gegner der Corona-Ausgangsbeschränkungen ihrem Unmut Luft gemacht. In Düsseldorf haben sich Hunderte Corona-Leugner versammelt.

"Jetzt macht den Bumms halt einmal dicht" fordern Teilnehmer bei einer Demonstration in Köln.
"Jetzt macht den Bumms halt einmal dicht" fordern Teilnehmer bei einer Demonstration in Köln.  © Henning Kaiser/dpa

Laut Veranstalter der Demo in Köln protestierten etwa 250 Menschen unter dem Motto "Nein zu Ausgangssperren! Gesundheitsschutz statt Einschränkung unserer Grundrechte!" und forderten das sofortige Ende der Ausgangsbeschränkungen.

Laut Polizei verlief die Kundgebung friedlich und weitestgehend unter Einhaltung der Corona-Auflagen. Vor dem Beginn der Ausgangssperre wurde die Demonstration beendet.

Verschiedene Organisationen und Aktivisten hielten bei der Demo Reden, zwischendurch wurde Musik gespielt. Auch der Kölner Kabarettist Robert Griess (55) richtete Worte an die Teilnehmer der Versammlung.

Die Organisatoren kündigten zudem weitere Proteste gegen die Ausgangssperre an. So soll nächsten Mittwoch auf dem Neumarkt eine Kundgebung unter dem Motto "Das Virus geht nicht nachts spazieren, sondern tagsüber arbeiten!" stattfinden.

Die Ausgangsbeschränkungen in der größten Stadt Nordrhein-Westfalens gelten bis auf weiteres von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Seit Freitagabend darf man nachts nur noch mit triftigem Grund die Wohnung verlassen, etwa wenn man zum Arzt muss, dienstliche Tätigkeiten ausübt oder Kranke begleitet. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 250 Euro geahndet.

Ein Teilnehmer trägt bei einer Demonstration gegen Ausgangsbeschränkungen in Köln ein Plakat mit der Aufschrift "Ausgangssperre nein Danke".
Ein Teilnehmer trägt bei einer Demonstration gegen Ausgangsbeschränkungen in Köln ein Plakat mit der Aufschrift "Ausgangssperre nein Danke".  © Henning Kaiser/dpa

Verletzte Polizisten und mehrere Strafverfahren nach Corona-Leugner-Demo in Düsseldorf

In Düsseldorf hatten zuletzt immer wieder Demonstrationen stattgefunden, bei denen die Polizei zum Schutz der Corona-Regeln eingreifen musste. (Archivfoto)
In Düsseldorf hatten zuletzt immer wieder Demonstrationen stattgefunden, bei denen die Polizei zum Schutz der Corona-Regeln eingreifen musste. (Archivfoto)  © David Young/dpa

In Düsseldorf haben ebenfalls am gestrigen Samstag mehrere Hundert Corona-Leugner demonstriert. Viele Teilnehmer hätten keine Masken getragen, berichtete ein Polizeisprecher.

Zunächst hätten sich Demonstranten in der Innenstadt versammelt. Als die Versammlung für beendet erklärt worden sei, seien sie in verschiedenen Gruppen quer durch die Stadt zum Landtag gezogen. Sie wurden teils von Einsatzkräften gestoppt oder während ihres Fußmarschs begleitet, wie es hieß. Drei Polizisten seien verletzt worden.

Wie die Polizei in einer Bilanz am späten Abend mitteilte, hatte ein angemeldeter Aufzug bereits während der Sammelphase einen Zulauf im vierstelligen Bereich. Die Stadt Düsseldorf hatte allerdings eine beschränkende Verfügung auf maximal 250 Teilnehmer für einen Aufzug erlassen. Die Versammlung wurde nach etwa einer halben Stunde von der Versammlungsleiterin beendet, so die Polizei.

Eine für die Landtagswiese angemeldete Versammlung erhielt dann ab etwa 15.30 Uhr Zulauf, teilweise auch von Teilnehmern der ersten Demonstration.

"Als sich von der Kundgebung auf der Landtagswiese Personen zu einem Aufzug in Richtung Innenstadt in Bewegung setzen wollten, wurden sie von Polizeikräften gestoppt und schlossen sich wieder der Versammlung vor dem Landtag an", heißt es weiter in der Polizeimitteilung. Gegen 18 Uhr hätten sich dann keine Personen mehr am Landtag befunden.

Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren unter anderem wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte ein sowie Anzeigen wegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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