Karnevals-Auftakt in Köln: Zahlreiche Jecke eröffnen die Session

Köln/Düsseldorf - Trotz stark gestiegener Corona-Inzidenzen wird am Donnerstag um 11.11 Uhr die neue Karnevalssaison mit Tausenden Feiernden eröffnet. Dabei gilt in den Hochburgen Köln und Düsseldorf die 2G-Regel: In den abgesperrten Feier-Zonen unter freiem Himmel haben nur Geimpfte und Genesene Zugang. Ein negativer Corona-Test genügt nicht!

Jecken feiern den Auftakt der Karnevalssession auf dem Heumarkt in Köln. Der 11.11. wird dieses Jahr wieder unter Corona-Bedingungen in Präsenz gefeiert.
Jecken feiern den Auftakt der Karnevalssession auf dem Heumarkt in Köln. Der 11.11. wird dieses Jahr wieder unter Corona-Bedingungen in Präsenz gefeiert.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Vor einem Jahr war am 11.11. erstmals seit Jahrzehnten überhaupt nichts los gewesen. Pandemiebedingt war es "ein ganz normaler Wochentag", wie die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (64, parteilos) es ausdrückte. Dieses Jahr ist das anders, weil ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist.

Dass das nicht notwendigerweise vor Ansteckung schützt, zeigt ein positiver Corona-Test beim designierten Kölner Karnevalsprinzen: In Folge muss der Karnevalsauftakt dort ohne Dreigestirn gefeiert werden.

Trotz doppelter Impfung sei Sven Oleff positiv auf das Virus getestet worden, wenn auch die Infektion bislang symptomfrei verlaufe, teilte das Festkomitee Kölner Karneval am Mittwochabend mit.

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Bauer und Jungfrau seien per PCR-Test negativ getestet. Weil das jecke Trio sich aber in den vergangenen Tagen mehrfach getroffen hatte, seien alle öffentlichen Auftritte des Dreigestirns in den kommenden Tagen abgesagt worden, hieß es.

Die Infektionszahlen sind in den vergangenen Wochen wieder stark gestiegen. Deshalb gilt sowohl beim "Hoppeditz-Erwachen" auf dem Rathausplatz in Düsseldorf als auch in den abgesperrten Bereichen in der Kölner Altstadt und im Zülpicher Viertel die 2G-Regel.

Update, 22.25 Uhr: Auch Kölner Polizei gibt erste Zwischenbilanz ab, 1100 Beamte im Einsatz

Auch die Kölner Polizei veröffentlichte eine Zwischenbilanz zum Karnevalsauftakt in der Domstadt.

Die Bilanz liest sich nach vorläufigen Erkenntnissen wie folgt: Es gab insgesamt 57 Strafanzeigen, davon fünf Körperverletzungsdelikte sowie zehn Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzungen.

In drei Fällen leiteten die Einsatzkräfte Verfahren wegen Sexualdelikten ein.

Update, 20.20 Uhr: Stadt Köln zieht positive Zwischenbilanz

Die Stadt Köln hat eine positive Zwischenbilanz zum Auftakt der Karnevalssaison gezogen. Der 11.11. "verläuft bislang ruhig", meldete die Stadt am Donnerstagabend. Die Lage in der Altstadt habe sich entspannt. Trotz des großen Andrangs hätten die Einlasskontrollen gut funktioniert und für die Feiernden sei auch an den Hotspots auf Heu- und Altem Markt ausreichend Platz geblieben.

Der Rettungsdienst der Stadt Köln meldet für die Altstadt und das Zülpicher Viertel bis 18.00 Uhr nur 92 Einsätze - weitaus weniger als in den Vorjahren.

Ein "Dauerproblem" waren allerdings - wie in den Jahren zuvor - wieder einmal die Wildpinkler. Bis 16 Uhr wurden 64 Wildpinkler verwarnt.

Update, 18.20 Uhr: Zwei Polizei-Einsätze wegen sexueller Belästung

Wie der Kölner-Stadt-Anzeiger berichtet, sei die Polizei bisher zu zwei Einsätzen wegen sexueller Belästigung gekommen – in der Salzgasse und am Heumarkt.

Darüber hinaus seien 29 Platzverweise ausgesprochen worden. Die weitere Bilanz gegen 18.15 Uhr: Acht Personen wurden in Gewahrsam genommen, dazu eine Festnahme, drei Widerstandshandlungen und ein Taschendiebstahl.

Update, 16.30 Uhr: Anthony Modeste als "Dr. Tony Doppelpack" beim FC-Karnevalstraining

Kölns Stürmer-Star Anthony Modeste (33) hat nicht nur den Spaß am Fußball wiedergefunden, sondern auch die Lust für gute Karnevalskostüme behalten.

Am 11.11. trat er beim 1. FC Köln als "Professor Dr. Tony Doppelpack" beim kurzen Karnevalstraining der Kölner Geißböcke auf.

Sein Auftritt als Arzt und Spezialist unter dem Namen "Doppelpack" sind leicht verständliche Anspielungen auf seine kürzlichen Spiel-Erfolge.

Update, 14.50 Uhr: Video zeigt Massen-Auflauf in Karnevals-Hochburg Köln: Netz ist entsetzt

Ein Video mit Szenen rund um den Startschuss der Karnevalssession, um 11.11 Uhr, sorgen für ein Entsetzen in den sozialen Medien.

Während es am Kölner Heumarkt noch gesittet zuging, sorgt aktuell ein Video des Kölner Stadtanzeigers für Fassungslosigkeit im Netz.

Aufgenommen wurden die Bilder am Zülpicher Viertel, einer beliebten Party-Hochburg - vor allem bei Jüngeren. Darauf zu sehen sind hunderte Karnevalisten, die dichtgedrängt und ausgelassen zusammen feiern.

Update, 12.30 Uhr: Jecker Trainingstag beim 1. FC Köln: Baumgart als "Baumhorn"

Kurzer Spaß statt schweißtreibende Einheit: Zum Start in die Karnevalssaison am 11. November erschienen Trainer und Profis des 1. FC Köln im Jecken-Outfit zum Training. Verkleidet als "Baumhorn" mit Sonnenbrille und blonder Perücke zog Baumgart dabei die meisten Blicke auf sich!

Update, 12.23 Uhr: Kein großer Ansturm beim Hoppeditz-Erwachen in Düsseldorf

Auch in Düsseldorf feiern Karnevalisten den Auftakt zur Session, im Gegensatz zu Köln waren die Straßen und Plätze aber deutlich leerer.
Auch in Düsseldorf feiern Karnevalisten den Auftakt zur Session, im Gegensatz zu Köln waren die Straßen und Plätze aber deutlich leerer.  © Mona Wenisch/dpa

Während es in Köln am 11.11. um 11.11. Uhr bereits volle Plätze und Straßen gab, war der Andrang beim traditionellen Hoppeditz-Erwachen in Düsseldorf nicht ganz so groß.

Auf dem abgesperrten Rathausplatz (Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene) war laut einer Reporterin der Deutschen Presse-Agentur noch reichlich Platz.

Viele Gäste sahen aber auch von jenseits der Absperrung zu, wie der Hoppeditz - das Karnevals-Maskottchen von Düsseldorf - aus seinem Senftopf stieg und seine Rede hielt. Besonders Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU), der auf dem Balkon des Rathauses zuhörte, bekam dabei sein Fett weg.

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Auch gegen Impfgegner und Verschwörungstheoretiker teilte der Hoppeditz in seiner satirischen Rede aus.

Update, 11.34 Uhr: Karnevals-Session offiziell eröffnet

Auf dem Kölner Heumarkt herrscht ausgelassene Stimmung!
Auf dem Kölner Heumarkt herrscht ausgelassene Stimmung!  © Rolf Vennenbernd/dpa

Trotz stark gestiegener Corona-Inzidenzen ist am Donnerstag um 11.11 Uhr die neue Karnevalssaison mit Tausenden Feiernden eröffnet worden. In Köln, wo der elfte Elfte traditionell immer besonders groß gefeiert wird, hatten sich viele Karnevalisten eingefunden.

Man habe Corona irgendwo im Kopf, aber er hoffe, dass trotzdem alles gut gehe, sagte der Sänger Peter Brings von der Kölschrock-Band Brings. "Wir müssen lernen, damit zu leben. Ich glaub: Wir werden noch viel kränker, wenn wir einfach in unseren Buden sitzen bleiben. Da geht die Seele kaputt. Meine zumindest."

Allerdings habe er den Rat: "Vielleicht dieses Jahr nur den Partner knutschen! Sonst kommen wir nicht durch die Session. Und nächstes Jahr können wir wieder alle zusammen knutschen."

Update, 11.15 Uhr: Viel Andrang beim Karneval in Köln

Feiernde am Gaffel am Dom in Köln.
Feiernde am Gaffel am Dom in Köln.  © Oliver Berg/dpa

Der Karnevalsauftakt in Köln stößt offenbar auf großes Interesse.

Am Donnerstagvormittag reichte eine Warteschlange vor der abgesperrten Feierzone in der Altstadt bereits Hunderte Meter weit.

"So lang hab ich die Schlange jetzt nicht erwartet", sagte der aus Berlin angereiste Tim (35), der als Kardinal verkleidet war. Die hohen Corona-Inzidenzen hätten ihn nicht abgeschreckt, sagte er. "An sich ist es ja das Sicherste, was es gibt. Es ist 2G, es ist draußen, wir sind alle durchgeimpft, wir haben keine Vorerkrankungen."

Die Fahrt mit dem ICE von Berlin nach Köln sei risikoreicher gewesen, sagte eine Freundin von Tim.

Polizei und Ordnungsamt sind im Einsatz.

Update, 11.11 Uhr : Guido Cantz ist "geimpft, gefärbt, geschminkt"

Guido Cantz (50) hat sich mit einigen Extra-Gs ins Getümmel des Karnevalsauftakts gestürzt. "Ich bin geimpft, gefärbt, geschminkt, gut gelaunt, glücklich - und grandios, dass ihr heute Morgen alle da seid", sagte der Entertainer am Donnerstag auf dem Heumarkt in der Kölner Altstadt.

"Es ist kalt, ich hatte Gänsehaut - aber vor Emotionen", sagte Cantz kurz nach seinem Auftritt auf der großen Bühne im WDR Fernsehen.

Feiernde am Kölner Hauptbahnhof.
Feiernde am Kölner Hauptbahnhof.  © Oliver Berg/dpa

Harte Strafen für Kneipenbetreiber bei Missachtung der 2G-Regel

Karnevalisten müssen am diesjährigen 11.11. einen Impf- oder Genesenen-Ausweis vorweisen, wenn sie an Feiern in Innenräumen teilnehmen wollen.
Karnevalisten müssen am diesjährigen 11.11. einen Impf- oder Genesenen-Ausweis vorweisen, wenn sie an Feiern in Innenräumen teilnehmen wollen.  © Marius Becker/dpa

Wie groß der Andrang dort sein wird, ist unklar. Die Kölner Polizei will jedenfalls Präsenz zeigen und ist mit 1000 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

Der 11.11. wird vor allem in Köln traditionell groß gefeiert. Vor Corona kamen an diesem Tag Hunderttausende in die Stadt.

Auch an Karnevalsfeiern in Innenräumen dürfen in Köln dieses Jahr nur immunisierte Personen teilnehmen: Feiernde müssen vor dem Eintritt einen Impf- oder Genesenen-Ausweis vorweisen. Sollten sich Menschen ohne 2G-Nachweis in einer Kneipe tummeln, drohen dem Betreiber Konsequenzen bis hin zur zeitweisen Schließung des Betriebs.

Der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) hat gleichwohl von Karnevalsfeiern in Innenräumen abgeraten. "Der Karneval kann zum Superspreader-Event werden", hatte Lauterbach am Montag der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Auch mit der 2G-Regel seien Veranstaltungen in Innenräumen eine "Riesengefahr". Denn mittlerweile nehme der Impfschutz vieler Menschen ab. "Deshalb ist jede abgesagte Karnevalsveranstaltung im Innenraum eine gute Veranstaltung", sagte Lauterbach.

Der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn (57) hatte dagegen in der vergangenen Woche gesagt, er rechne mit einer in weiten Teilen vollwertigen Karnevalssaison. Viele Menschen freuten sich, dass es jetzt endlich wieder losgehe.

"Nach all den Entbehrungen der Corona-Zeit, vor allem auch den menschlichen Entbehrungen - das Fehlen von Gemeinschaftserlebnissen, auch von körperlicher Nähe -, haben sie das ganz starke Bedürfnis, jetzt mit aller Macht Karneval zu feiern", sagte Kuckelkorn.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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