Sperrstunde in Köln droht! Polizei greift an Domtreppe wegen Corona durch

Köln - Die erhöhten Corona-Fallzahlen in Köln sorgen für strengere Regeln in der Stadt, etwa das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Fußgängerzonen und an beliebten Plätzen. Am Sonntag griffen Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsamt durch. Eine Sperrstunde für Köln steht noch zur Debatte.

Die Polizei und das Ordnungsamt löste die Ansammlung an der Kölner Domtreppe auf.
Die Polizei und das Ordnungsamt löste die Ansammlung an der Kölner Domtreppe auf.  © Horst Konopke

Einige Hundert Menschen hatten sich am Nachmittag an der Domtreppe vor dem Kölner Hauptbahnhof versammelt, sich auf der beliebten Domtreppe hingesetzt.

Doch viele Menschen ignorierten dabei die neuen Regeln, trugen keine Mund-Nase-Bedeckung zum Schutz vor dem Coronavirus und hielten sich auch nicht an dem empfohlenen Abstand von 1,5 Metern. Etliche Menschen vor Ort hatten zuvor an der CSD-Fahrraddemo teilgenommen.

Riskant: Am Sonntag lag der Corona-Wert bereits bei 59,7 Infizierten pro 100.000  Einwohner, wie die Stadt Köln am Nachmittag mitgeteilt hatte.

Da die Maskenpflicht in Kölner Fußgängerzonen erst seit Samstag gilt, lösten Polizei und Ordnungsamt die Menschenmenge ohne das Verhängen von Bußgeldern und Strafen auf und baten die Menschen zum Tragen der Masken.

In der ersten Nacht mit verschärften Corona-Einschränkungen für Feiernde in Köln hat die Polizei nicht wegen größerer Verstöße ausrücken müssen. Anders als an vergangenen Wochenenden habe das Ordnungsamt keine Amtshilfe bei Platzräumungen angefordert, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Auch am Samstag hatten Ordnungsamt-Mitarbeiter in der Kölner Schildergasse bereits intensiv auf die neue Pflicht zum Tragen der Masken hingewiesen.


Die neuen Corona-Regeln in Köln

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von NRW.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von NRW.  © Roberto Pfeil/dpa

Der Krisenstab der Stadt hatte am vergangenen Freitag getagt und aufgrund der gestiegenen Werte über die kritische Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner neue Corona-Regeln verhängt.

Die wichtigsten Regeln für Köln im Überblick:

  • Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch fünf Personen aus verschiedenen Haushalten treffen
  • Ab 22 Uhr gilt ein Alkoholtrinkverbot im öffentlichen Raum
  • An Wochenenden von freitags 20 Uhr bis montags 6 Uhr gilt ein Verkaufsverbot von Alkohol an sogenannten Hot-Spots
  • "Jeder, der zu Fuß in der Stadt, also in Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen unterwegs ist, muss eine Maske tragen"
  • Private Feiern werden auf maximal 25 Personen begrenzt. Von privaten Feiern in der eigenen Wohnung wird dringend abgeraten. Ein Abendessen mit wenigen Freunden ist möglich

NRW-Kabinett plant strengere und einheitlichere Corona-Regeln: Sperrstunde für Köln?

Am Sonntag kam in Düsseldorf das NRW-Kabinett unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zu einer Sondersitzung zusammen. Bei dem Gipfel wurden zahlreiche neue Pläne im Umgang mit dem Coronavirus in NRW vorgestellt.

So sollen in Nordrhein-Westfalen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Corona-Hotspots vereinheitlicht werden.

Sobald eine kreisfreie Stadt wie Köln die Grenze von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreite, sollen sich dort nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Diese Regeln greift bereits.

Und: Außerdem sollen in diesem Fall Öffnungszeiten von Kneipen und Restaurants eingeschränkt werden. Eine Sperrstunde für Köln ist damit nur noch eine Frage der Zeit!

Titelfoto: Horst Konopke

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