Fragliche Machenschaften: Anti-Geldwäsche-Einheit des Zolls in Köln durchsucht

Köln/Osnabrück – Ermittler haben am Dienstag Räumlichkeiten der zur Bekämpfung von Geldwäsche eingerichteten Einheit des Zolls in Köln durchsucht. Dabei geht es um den Verdacht auf Strafvereitelung im Amt.

Die FIU steht unter Verdacht, Hinweise von Banken auf Geldwäsche verschwiegen zu haben. (Fotomontage)
Die FIU steht unter Verdacht, Hinweise von Banken auf Geldwäsche verschwiegen zu haben. (Fotomontage)  © Rainer Jensen/dpa / Henning Kaiser/dpa

Die sogenannte Financial Intelligence Unit (FIU) habe womöglich Hinweise von Banken auf Geldwäsche erst zu spät oder gar nicht an Polizei und Justiz weitergeleitet. Das sagte ein Sprecher der in dem Fall zuständigen Staatsanwaltschaft Osnabrück.

Ermittelt werde gegen unbekannt, sagte er weiterhin. An der Durchsuchung seien zehn Polizisten und drei Staatsanwälte aus Osnabrück beteiligt gewesen.

An der Durchsuchung seien zehn Polizisten und drei Staatsanwälte aus Osnabrück beteiligt gewesen.

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet. Demnach wurden insgesamt 1,7 Millionen Euro über Dutzende Konten bei drei deutschen Banken in afrikanische Staaten weitergeleitet.

Die Geldinstitute hätten den Verdacht, dass die Gelder aus illegalen Geschäften stammen könnten, dem Zoll gemeldet.

Die Osnabrücker Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage den Bericht.

Verdacht soll "schnell und gründlich" abgeklärt werden

Auch der Zoll bestätigte den Durchsuchungsbeschluss. "Wichtig ist jetzt eine schnelle und gründliche Aufklärung des Sachverhalts", teilte ein Sprecher der Generalzolldirektion in Bonn mit. Daran werde sich die FIU "aktiv beteiligen".

Die FIU mit Sitz in Köln ist die Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes und gehört zum deutschen Zoll. Sie kümmert sich unter anderem darum, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern, aufzudecken und deren Unterstützung zu bekämpfen.

Wenn etwa Finanzinstituten Transaktionen auffallen, übermitteln sie diese Fälle an die FIU.

Titelfoto: Rainer Jensen/dpa / Henning Kaiser/dpa

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