Gutachter empört über Kardinal Woelki: "Das ist ein Gewaltangriff"

Köln – Die Krise um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (64) nimmt kein Ende: Nun hat der Rechtsanwalt Ulrich Wastl die Zurückhaltung seines Missbrauchsgutachtens scharf kritisiert.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (64) hält das Missbrauchsgutachten weiterhin unter Verschluss.
Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (64) hält das Missbrauchsgutachten weiterhin unter Verschluss.  © Oliver Berg/dpa

"Das ist ein Gewaltangriff", sagt der Münchner Jurist in einem Interview mit der Zeit-Beilage "Christ & Welt".

Woelki hält das von ihm selbst in Auftrag gegebene Gutachten seit Monaten wegen rechtlicher Bedenken unter Verschluss. "Ein derartiges Verhalten haben wir noch nicht erlebt", sagte Wastl.

Der Gutachter wies den Vorwurf zurück, unsauber gearbeitet zu haben. "Wir haben nicht gepfuscht."

Den Widerstand gegen die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt sieht der Anwalt auch in der persönlichen Verstrickung von Verantwortungsträgern der katholischen Kirche begründet.

"Der Reflex, die Institution schützen zu wollen, und das Bedürfnis nach Selbstschutz gehen oft Hand in Hand", so Wastl.

Zuletzt hatte der Kölner Katholikenausschuss ein Eingreifen des Vatikans angeregt. Nach dem Diözesanrat hat sich auch Stadtdechant Robert Kleine – der oberste Repräsentant der katholischen Kirche in der Stadt Köln – von Woelki distanziert.

Derzeit gibt es in Köln eine Welle an Kirchenaustritten, die in direkter Verbindung mit der Krise um Kardinal Woelki stehen dürften.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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