"DSDS"-Jury soll behinderten Kandidaten gemobbt haben, RTL reagiert

Köln – Es sind harte Vorwürfe, die der Vater eines geistig behinderten Kandidaten gegen die RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" erhebt. Jetzt reagiert der Sender auf die Anschuldigungen.

Ein 23-Jähriger soll bei "Deutschland sucht den Superstar" übel behandelt worden sein.
Ein 23-Jähriger soll bei "Deutschland sucht den Superstar" übel behandelt worden sein.  © picture alliance / dpa

Konkret richtet sich die Kritik von Hinrich Preisner an eine Vor-Jury von DSDS. Sein Sohn Alexander (23) sei von dieser ausgelacht und verspottet worden, hatte er gegenüber der "BILD" erzählt.

Aber von Anfang: Zurzeit finden die Castings für die 18. Staffel der kultigen Gesangs-Show statt. In deren Rahmen hatte sich der 23-Jährige, der unter einer geistigen Behinderung leidet, zum Vorsingen beworben.

Doch was man dort mit ihm gemacht habe, sei "unmenschlich und würdelos", warf Preisner den Casting-Verantwortlichen in dem "BILD"-Interview vor. Er sei empört, dass der Sender so etwas zuließe.

"Man hat mich nur beschimpft, was ich mir einbilde und weggeschickt", soll Alexander der Zeitung gesagt haben. Er habe danach tagelang nur geweint und sei regelrecht verstört gewesen.

RTL wies diese Vorwürfe nun entschieden zurück. In einer öffentlichen Stellungnahme heißt es: "Der junge Mann wurde – wie jeder Kandidat bei DSDS – respektvoll behandelt." Nicht jeder Bewerber könne eine Runde weiterkommen.

Alexander soll im Vorhinein telefonisches Versprechen erhalten haben

RTL nahm zu den Vorwürfen Stellung.
RTL nahm zu den Vorwürfen Stellung.  © 123RF/Tobias Arhelger

Weiter spekulierte der Sender, dass der 23-Jährige nur enttäuscht gewesen sei, weil er die bekannte TV-Jury um Dieter Bohlen (66) nicht persönlich kennenlernen durfte.

Auch stimme die Behauptung des Vaters nicht, dass Alexander schon vor dem Casting am Telefon ein Weiterkommen zugesagt worden sei. 

"Telefonische Versprechen geben wir nicht ab", stellte RTL klar. "JEDER und JEDE muss sich der Vor-Jury stellen."

Des Weiteren versuchte der Sender Kritik zu entkräften, die sich gegen die Mitglieder der besagten DSDS-Vor-Jury richten. Ihnen hatte Preisner die nötige Qualifikation abgesprochen. 

So hätten statt Fachleuten "fünf ca. 20-jährige Mädchen und Jungen" über die Zukunft seines Sohnes entschieden.

"Im Casting-Raum in Köln waren 5 Männer und 2 Frauen. Einer davon der Executive Producer der Produktionsfirma UFA und RTL. Die jüngste Frau im Raum war 30 Jahre alt", widerlegte RTL den Verdacht.

Trotz der üblen Anschuldigungen zeigten sich die Verantwortlichen versöhnlich. Alexander könne sich beim nächsten Mal "gerne wieder vorstellen". Dass der 23-Jährige dieses Angebot annehmen wird, scheint fraglich.

Titelfoto: picture alliance / dpa

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