Nach tödlicher Messerattacke auf Stadt-Mitarbeiter: Täter vor Gericht

Köln – Die Tat sorgte überregional für Entsetzen: Bei einem Hausbesuch wird ein Mitarbeiter der Stadt Köln erstochen. An diesem Freitag (9.15 Uhr) beginnt vor dem Kölner Landgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter wegen Mordes.

Der Stadt-Mitarbeiter war bei einem Hausbesuch erstochen worden.
Der Stadt-Mitarbeiter war bei einem Hausbesuch erstochen worden.  © Marius Becker/dpa

Zwei Mitarbeiter der Kölner Stadt-Kämmerei wollten bei einem säumigen Bürger Geld eintreiben – doch für einen der Bediensteten endet der vermeintliche Routine-Einsatz tödlich: Der 47-Jährige wird bei dem Hausbesuch erstochen.

Der Angeklagte soll den Stadt-Mitarbeiter im vergangenen Dezember unvermittelt mit einem Küchenmesser angegriffen haben, als dieser mit einer Kollegin bei ihm klingelte.

Ein Notarzt konnte ihn nicht mehr retten. Die Frau blieb unverletzt. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und eine politische Debatte ausgelöst.

Denn der mutmaßliche Täter hatte schon vorher städtische Bedienstete angegriffen – doch davon wussten das Opfer und seine Kollegin nichts.

Der 60-Jährige soll bereits im März 2019 eine städtische Mitarbeiterin mit einem Schraubendreher attackiert und leicht verletzt haben – die Staatsanwaltschaft wertet das als versuchten Mord.

Täter soll laut Staatsanwaltschaft nicht schuldfähig sein

Das Kölner Landgericht.
Das Kölner Landgericht.  © Oliver Berg/dpa

In einer psychiatrischen Klinik soll er zudem gegen zwei Pflegekräfte gewalttätig geworden sein.

Diese Vorgeschichte war der Kämmerei aber nicht bekannt, so dass der 47-Jährige und seine Kollegin ahnungslos bei dem Mann klingelten.

Als Konsequenz aus dem tödlichen Angriff gibt es bei der Stadt Köln seit Ende April nun ein ämterübergreifendes Meldesystem, in dem Übergriffe auf städtische Mitarbeiter registriert werden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 60-Jährige nicht schuldfähig ist, und hat für ihn die Unterbringung in der Psychiatrie beantragt.

Für den Prozess hat das Landgericht zehn Verhandlungstage bis Mitte August angesetzt.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

Mehr zum Thema Köln:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0