Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach: Prozess-Start steht fest

Köln/Bergisch Gladbach – Im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach beginnt am 10. August das Verfahren gegen einen Beschuldigten (43).

Bei einem Mann (43) waren riesige Mengen an Kinderpornografie gefunden worden (Symbolbild).
Bei einem Mann (43) waren riesige Mengen an Kinderpornografie gefunden worden (Symbolbild).  © 123RF/Artit Oubkaew

Erst für den zweiten Verhandlungstag am 17. August ist vorgesehen, dass sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußert. Das teilte das Landgericht Köln am Montag mit.

Bisher hatte der 43-Jährige zu den Anschuldigungen des Kindesmissbrauchs geschwiegen.

Eines der laut den Anklagevorwürfen geschädigten Mädchen ist Nebenklägerin in dem Verfahren. Beim Auftakt am 10. August soll nur die Anklage verlesen werden, so das Gericht.

Ermittler hatten im vergangenen Oktober die Wohnung des 43-Jährigen in Bergisch Gladbach durchsucht und dabei riesige Mengen kinderpornografischen Materials gefunden.

Bei ihrer Arbeit in dem Komplex sind die Ermittler nach früheren Angaben des NRW-Justizministeriums auf Spuren gestoßen, die zu potenziell mehr als 30.000 Verdächtigen führen könnten.

Täter schrieben in Gruppenchats offen über Missbrauch

Der 43-jährige Angeklagte muss sich bald vor dem Landgericht Köln verantworten (Symbolbild).
Der 43-jährige Angeklagte muss sich bald vor dem Landgericht Köln verantworten (Symbolbild).  © Oliver Berg/dpa

Es gehe dabei nicht nur um die Verbreitung und den Besitz von Kinderpornografie, sondern auch um schweren Kindesmissbrauch. Es handele sich um internationale pädokriminelle Netzwerke mit Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum.

In Gruppenchats mit Tausenden Nutzern und in Messengerdiensten gingen die Täter wie selbstverständlich mit ihren Missbrauchstaten um, heizten sich an und gaben sich Tipps für die Durchführung von Missbräuchen, hatte das Ministerium Ende Juni mitgeteilt.

Der 43-jährige Angeklagte soll bei der Identifizierung seiner Chat-Partner mitgeholfen haben.

Da für den gelernten Koch und Hotelfachmann die Unterbringung in einer Sicherungsverwahrung in Betracht komme, werde er durch einen psychiatrischen Sachverständigen begutachtet.

Ein Täter war im Zusammenhang mit dem Komplex vom Landgericht Kleve Ende Mai zu zehn Jahren Haft und dauerhafter Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt worden.

Zwei weitere Angeklagte stehen in Mönchengladbach vor Gericht.

Titelfoto: 123RF/Artit Oubkaew

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