Neun Tote in Pflegeheim, weil offenbar viel zu spät geimpft wurde

Köln – Das Coronavirus hat in einem Pflegeheim in Köln-Ehrenfeld offenbar neun Tote gefordert. Grund dafür sollen verzögerte Impfungen wegen mangelndem Impfstoff sein.

Neun Heimbewohner sollen in einer Kölner Einrichtung wegen verspäteten Corona-Impfungen gestorben sein. (Symbolbild)
Neun Heimbewohner sollen in einer Kölner Einrichtung wegen verspäteten Corona-Impfungen gestorben sein. (Symbolbild)  © Federico Gambarini/dpa

In dem Elternheim der Synagogen-Gemeinde seien bislang neun von insgesamt 71 Bewohner gestorben, berichtet Bild am Sonntag. Zudem sollen 58 Bewohner und 20 Pflegekräfte mit Covid-19 infiziert sein.

Während das NRW-Gesundheitsministerium noch am Freitag meldete, dass die Impfungen in Pflegeeinrichtung weitgehend abgeschlossen seien, musste der Impftermin in dem Kölner Heim angeblich wegen Impfstoffmangels verschoben werden.

Die Sonntagszeitung zitiert dazu Bettina Levy vom Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln: "Wir haben am 4. Februar geimpft. Es konnte dabei krankheitsbedingt nur eine sehr geringe Zahl an Bewohnern geimpft werden, da wir bereits den akuten Ausbruch mit Covid-19 hatten."

Man habe einen deutlich früheren Impftermin erwartet: "Wir, der Vorstand, haben uns mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass die Bewohner des Elternheims schnellstmöglich geimpft werden." Diese Bemühungen blieben jedoch ohne Erfolg.

Die Stadt Köln vermeldete am Samstag insgesamt 115 Infektionsfälle bei Heimbewohnern. Insgesamt 37 Kölner Einrichtungen seien betroffen, es gebe 39 infizierte Mitarbeiter.

Zuletzt hatten sich auch dramatische Szenen in einem Leverkusener Altenheim abgespielt. Dort gab es wegen der Ausbreitung einer Corona-Mutation 15 Tote (Stand: 31. Januar). Ob es sich in dem nun betroffenen Kölner Heim ebenfalls um eine Virus-Variante handelt, ist nicht bekannt.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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