Video von Attacke auf RTL-Team aufgetaucht: Sender muss sich entschuldigen

Köln – Nach dem Angriff auf ein RTL-Team am Mittwoch in Köln, sind Videoaufnahmen von der Tat aufgetaucht. Der Sender veröffentlichte nun ein Statement, in dem er sich für das eigene Team entschuldigt.

Der Sender RTL hat ein offizielles Statement veröffentlicht. (Fotomontage)
Der Sender RTL hat ein offizielles Statement veröffentlicht. (Fotomontage)  © picture alliance/dpa / Henning Kaiser/dpa

Die Polizei ermittelt gegen Mitglieder einer Großfamilie, die den Van des TV-Teams attackiert hatten. Aber nicht nur die Angreifer haben sich bei der Aktion höchst zweifelhaft benommen.

Ein Insasse des Vans hatte das Geschehen gefilmt. Das Video landete bei YouTube und sorgt für mächtig Empörung – auch gegenüber den RTL-Leuten.

In der Aufnahme ist zu hören, wie jemand die Mitglieder der Großfamilie als "Zigeuner" und "Drecksviecher" bezeichnet. Nicht nur einmal fallen die unangemessenen Worte während des 7-minütigen Clips.

RTL missbilligt das Verhalten und distanziert sich in einem offiziellen Statement.  Die "pauschal herabwürdigenden Aussagen gegenüber der Minderheit der Sinti und Roma" stammen demnach von einem Szene-Aussteiger.

Dieser sei für Dreharbeiten mit dem TV-Team unterwegs gewesen.

"Diese Äußerungen sind inakzeptabel, die Redaktion distanziert sich aufs Schärfste davon und drückt ihr tiefes Bedauern aus", stellt der Sender klar.

RTL-Mitarbeiterin beschwerte sich über "Scheiß-Bullen"

Aber nicht nur dafür gibt es eine öffentliche Entschuldigung. Zu einem Zeitpunkt während des Angriffes hatte eine RTL-Mitarbeiterin gefragt: "Wo bleiben die Scheiß-Bullen, ey?". Auch dazu findet der Sender klare Worte.

Dieser Ausdruck sei zwar in der aufgeladenen Situation gefallen, "in der ein Mann gerade den linken Seitenspiegel des Fahrzeugs abgetreten hat, zwei Notrufe abgesetzt wurden und immer mehr Personen aus dem Umfeld des Clans auf das Auto zugehen."

Aber: "Selbst dies rechtfertigt jedoch nicht das verwendete Vokabular, weswegen die Redaktion und das Team selber die Polizei ausdrücklich um Entschuldigung bitten."

Titelfoto: picture alliance/dpa / Henning Kaiser/dpa

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