Bayer muss Milliarden zahlen, aber Aktien steigen kräftig

Frankfurt am Main/Leverkusen – Bayer-Aktien haben am Donnerstag mit kräftigen Kursgewinnen auf den Milliardenvergleich in mehreren US-Rechtsstreitigkeiten reagiert.

Bayer hat sich in Rechtskonflikten mit US-Klägern wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter auf einen Vergleich geeinigt.
Bayer hat sich in Rechtskonflikten mit US-Klägern wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter auf einen Vergleich geeinigt.  © Oliver Berg/dpa

Die Papiere des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns schossen auf der Handelsplattform Tradegate vorbörslich um fast 9 Prozent auf 76,19 Euro hoch. Damit nähern sie sich wieder dem Jahreshoch vom Februar bei 78,34 Euro. An der Börse gaben die Aktien jedoch zunächst leicht nach.

Bayer hatte am Mittwochabend mitgeteilt, man werde sich die Einigung mit zahlreichen US-Klägern mehr als zehn Milliarden Euro kosten lassen. Dabei geht es vor allem um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat (TAG24 berichtete).

Mit dem Kompromiss sollten etwa 75 Prozent der aktuellen Roundup-Verfahren abgeschlossen werden - mit insgesamt etwa 125.000 eingereichten und nicht eingereichten Klagen. Auch die übrigen Verfahren sollten innerhalb der kommenden Monate zum Abschluss kommen, hieß es.

Analysten reagierten erleichtert. HSBC-Experte Stephen McGarry empfahl Bayer-Papiere mit einem neuen Ziel von 85 Euro zum Kauf.

Er hatte mit einer Belastung von 20 Milliarden Euro aus den US-Rechtsstreitigkeiten gerechnet. Nach der Beilegung dampfte er sie nun im Bewertungsmodell auf gut 12 Milliarden Euro ein. Experte Falko Friedrichs von der Deutschen Bank sah es als positive Überraschung, dass drei Dispute auf einmal ausgeräumt worden seien.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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