Gewerkschaft kündigt weitere Warnstreiks im Logistikgewerbe an!

Düsseldorf - Im Tarifstreit für die Beschäftigten im Logistik- und Speditionsgewerbe ist auch die fünfte Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen gescheitert.

Die Gewerkschaft verlangt mehr Geld für Berufstätige im Logistik- und Speditionsgewerbe.
Die Gewerkschaft verlangt mehr Geld für Berufstätige im Logistik- und Speditionsgewerbe.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kündigte am Mittwoch neue mehrtägige Warnstreiks an.

Man habe in den Verhandlungen "große Schritte nach vorne" gemacht, aber noch keine Einigung mit den drei Arbeitgeberverbänden der Spedition, Logistik und der Kurier-Express-Paketdienste (KEP) erzielt, teilte Verdi in Düsseldorf mit.

Trotz großer Annäherungen habe die Arbeitgeberseite die Verhandlungen kurz vor einer möglichen Einigung abgebrochen, hieß es von der Gewerkschaft weiter.

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Ein neuer Termin sei noch nicht vereinbart worden.

Verdi rief die Beschäftigten erneut zu mehrtägigen Warnstreiks auf und kritisierte den Abbruch der Verhandlungen in einem offenen Brief an die Arbeitgeber.

"Wir haben absolut kein Verständnis für diese unnötige Konfliktverschärfung", sagte Verhandlungsführer Hermann Völlings.

Daher sei mit weiteren Arbeitsniederlegungen in den kommenden Tagen zu rechnen. Man sei aber weiter "verhandlungsbereit".

Auf Basis der erzielten Eckpunkte könne man jederzeit zu einem Tarifabschluss kommen. Völlings: "Warum sich die Arbeitgeber so kurz vor einem Kompromiss ohne Aussicht auf Fortsetzung zurückgezogen haben, erschließt sich uns nicht."

Verdi verlangt sechs Prozent mehr Gehalt

Verdi fordert nach eigenen Angaben eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Für die gewerblich Beschäftigten soll ein neues Lohnsystem in sechs Stufen eingeführt werden. Die Ausbildungsvergütungen sollen pro Jahr jeweils um 80 Euro steigen.

Die Gewerkschaft verhandelt mit den drei Arbeitgeberverbänden Spedition und Logistik Nordrhein-Westfalen (VSL), dem Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL) sowie dem Arbeitgeberverband für das Verkehrs- und Transportgewerbe im Bergischen Land.

Bereits an diesem Donnerstag sollen Beschäftigte der betroffenen Branchen in NRW in einen mehrtägigen Ausstand treten. Es sei mit Verzögerungen im Ablauf der Logistik, bei den Kunden und in der Paketzustellung zu rechnen, so die Gewerkschaft.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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