Milliarden-Verluste! Bayer will Glyphosat-Streit endlich abhaken

Leverkusen – Nach einem durchwachsenen Jahr will der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer die Probleme vergangener Jahre hinter sich lassen. Die Leverkusener wollen den teuren Glyphosat-Rechtsstreit in den USA abhaken.

Der Bayer-Konzern will den Glyphosat-Rechtsstreit endlich zu den Akten legen.
Der Bayer-Konzern will den Glyphosat-Rechtsstreit endlich zu den Akten legen.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Auch verbesserte sich die Perspektive für die Agrarsparte zuletzt deutlich und Investitionen in Gen- und Zelltherapien sollen darüber hinaus helfen, den Pharmabereich auf Kurs zu halten.

Die genauen Ziele für dieses Jahr will Konzernchef Werner Baumann (58) an diesem Donnerstag (10 Uhr) in der Bilanz-Pressekonferenz vorstellen.

Wie ein Mühlstein lasten seit langem die Glyphosat-Klagen auf der Bayer-Bilanz.

Im vergangenen Jahr gab es einen ersten großen Schritt und Anfang Februar folgte eine zweite Einigung zu einem entscheidenden Teil des milliardenschweren Vergleichs. Für die Gültigkeit des Deals fehlt aber noch die Zustimmung eines Richters.

Bei der Einigung um angebliche Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup geht es um künftige US-Klagen. Bestandteil ist etwa ein Fonds, aus dem künftige Kläger zunächst in den kommenden vier Jahren Kompensationszahlungen erhalten sollen.

Konzernboss Baumann stellt Bayer-Jahresbilanz vor

Konzernchef Werner Baumann (58) informiert über die Bayer-Bilanz und künftige Unternehmensziele. (Archivfoto)
Konzernchef Werner Baumann (58) informiert über die Bayer-Bilanz und künftige Unternehmensziele. (Archivfoto)  © Oliver Berg/dpa

Sollte der Richter, bei dem zahlreiche US-Verfahren gebündelt sind, den neuen Vorschlägen zustimmen, könnte Bayer wahrscheinlich den Großteil der US-Rechtsstreitigkeiten zu den Akten legen, die mit der rund 63 Milliarden Dollar teuren Monsanto-Übernahme an Bord gegangen waren.

Eine teure Angelegenheit: Das Vergleichspaket würde die Leverkusener bis zu 11,6 Milliarden Dollar (fast zehn Milliarden Euro) kosten, inklusive der bis zu 9,6 Milliarden Dollar für bestehende Klagen.

Da der Konzern das Geld im vergangenen Jahr zurückgelegt hat und wegen damals schwieriger Agrargeschäfte in der Sparte eine hohe Abschreibung verbuchte, ist 2020 ein Milliardenverlust angefallen. Wie hoch genau, wird Konzernboss Baumann am Donnerstag bekanntgeben.

Update, 9.10 Uhr: Bayer senkt Dividende auf 2 Euro je Anteil

Nach einem Milliardenverlust von Bayer im vergangenen Jahr müssen sich die Aktionäre des Pharma- und Chemiekonzerns mit weniger Dividende zufrieden geben.

Laut einer Mitteilung vom Donnerstag sollen sie 2,00 Euro je Anteilsschein erhalten, nach 2,80 Euro im Vorjahr. Auf dem aktuellen Kursniveau bedeutet das aber immer noch eine Dividendenrendite von rund 3,6 Prozent.

Milliardenrückstellungen für die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA und hohe Abschreibungen in der Agrarsparte brockten dem Dax-Konzern 2020 einen Verlust von 10,5 Milliarden Euro ein.

Titelfoto: Montage: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa, Oliver Berg/dpa

Mehr zum Thema Köln Wirtschaft:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0