Kölner OB Reker in Quarantäne: Appell an Bürger

Köln – Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (63) nimmt eine zweiwöchige Corona-Quarantäne locker.

Die Kölner OB Henriette Reker (63) befindet sich derzeit in Quarantäne und arbeitet im Home-Office (Archivbild).
Die Kölner OB Henriette Reker (63) befindet sich derzeit in Quarantäne und arbeitet im Home-Office (Archivbild).  © Oliver Berg/dpa

"Ich habe nichts, ich fühle mich pudelwohl", sagte die parteilose Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Da sie aber mit einem Corona-Infizierten in Kontakt war, bleibt sie bis Ende nächster Woche in ihrer Wohnung in einem Kölner Mehrfamilienhaus. 

"Ich komme damit deswegen ganz gut zurecht, weil ich hier jetzt arbeite wie im Büro auch. Ich bekomme hier meine Akten, und ich telefoniere ganz viel. Deswegen merke ich den Unterschied vielleicht nicht so wie andere. Ich sitze einfach nur an einer anderen Stelle."

Persönlichen Kontakt hat sie nur noch mit ihrem Mann. Der kaufe ein – was er aber sowieso meistens mache. So sei bei ihnen die Arbeitsteilung. 

"Ich koche ganz selten, aber ich habe jetzt sogar schon mal ein paar Spaghetti gemacht. Das habe ich noch nicht verlernt." 

Nach draußen gehe sie nicht, obwohl das ja durchaus erlaubt sei, wenn man nur genügend Abstand zu anderen halte. Sie verzichte aber lieber darauf, weil sonst vielleicht der Eindruck entstehen könne, dass sie ihre Quarantäne nicht ernst nehme. 

Theoretisch könne sie sich auf ihren Balkon setzen, aber wenn sie da telefoniere, "hört die halbe Nachbarschaft mit".

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Update, 12.57 Uhr: Reker appelliert an die Kölner

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat ihren Mitbürgern in der Corona-Krise eindringlich die Leviten gelesen. "Ich möchte Ihnen sagen, dass ich entsetzt darüber bin, dass auch in Köln einige anscheinend noch nicht verstanden haben, wie ernst die Lage ist", sagte die parteilose Politikerin in einer am Donnerstag verbreiteten WhatsApp-Nachricht. 

"Es geht darum, dass wir soziale Kontakte auf das Notwendigste reduzieren. Ein Kaffee oder ein Kölsch mit Freunden in der Sonne mag verlockend sein, aber es ist jetzt nicht mehr möglich. Denn die Lage ist wirklich ernst, und wir müssen verzichten, um anderen zu helfen."

Sollten die Appelle verhallen, würden die staatlichen Behörden nicht zögern, weitere Maßnahmen ergreifen. "Sie haben in der Hand, wie es weiter geht", sagte Reker. In den vergangenen Tagen hatten sich zum Beispiel viele junge Menschen in großen Gruppen in Kölner Parkanlagen versammelt und dort das schöne Wetter genossen. Die Audiodatei findet Ihr beim "Kölner Stadt-Anzeiger".

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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