Kölner Silvesternacht 2015: Opfer wurden laut Laschet im Stich gelassen

Köln – Fünf Jahre nach den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59) die Opfer um Verzeihung gebeten.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) hat sich bei den Opfern der Kölner Silvesternacht 2015 entschuldigt.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) hat sich bei den Opfern der Kölner Silvesternacht 2015 entschuldigt.  © Henning Kaiser/dpa Pool/dpa

Die Frauen seien vom Staat im Stich gelassen worden, sagte der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für den Kölner Stadt-Anzeiger.

Es sei "unsere Pflicht", die Opfer um Verzeihung zu bitten, dass der Staat sie in jener Nacht nicht beschützt hat – "egal wer damals politisch Verantwortung trug", schreibt Laschet demnach.

In der Silvesternacht 2015/2016 hatte sich vor dem Kölner Dom eine Menschenmenge gebildet. Aus ihr heraus waren zahlreiche Frauen sexuell angegriffen und beraubt worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Köln stammte ein Großteil der Beschuldigten aus Algerien und Marokko. Die Vorkommnisse in Köln machten weltweit Schlagzeilen.

Laschet hatte in der Vergangenheit bereits von eklatanten Versäumnissen gesprochen und wiederholte diese Kritik jetzt in seinem Beitrag.

"661 Frauen haben vor fünf Jahren in Köln einen Albtraum durchlebt, viele von ihnen leiden bis heute unter den Folgen. 661 Frauen wurden in dieser Nacht vom Staat im Stich gelassen."

In der Silvesternacht 2015 waren am Kölner Hauptbahnhof Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden. (Archivfoto)
In der Silvesternacht 2015 waren am Kölner Hauptbahnhof Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt worden. (Archivfoto)  © Markus Boehm/dpa

Dass es bei mehr als 1200 Anzeigen nur 36 Verurteilungen gegeben habe und nur drei Männer wegen Sexualstraftaten verurteilt worden sind, sei eine "bittere Bilanz", beklagt Laschet, der damals noch nicht im Amt war. Bis 2017 hatten in Nordrhein-Westfalen die SPD und Bündnis 90/Die Grünen regiert - mit Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin.

Titelfoto: Markus Boehm/dpa

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