Kölnerin Örs in Türkei zu langer Haft verurteilt - Ausreisesperre aufgehoben

Istanbul/Köln - Ein Gericht in der türkischen Metropole Istanbul hat die Kölnerin Gönül Örs (39) zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt.

In Deutschland wurden die Ermittlungen gegen Gönül Örs (39) nach Angaben ihrer Anwältin bereits eingestellt.
In Deutschland wurden die Ermittlungen gegen Gönül Örs (39) nach Angaben ihrer Anwältin bereits eingestellt.  © Mirjam Schmitt/dpa

Eine Ausreisesperre gegen die Frau wurde allerdings aufgehoben, wie die Richter am Donnerstag entschieden. Örs nahm wegen Krankheit nicht an der Verhandlung in Istanbul teil.

Die Richter sprachen Örs in allen Anklagepunkten schuldig: Sie wurde für Terrorpropaganda zu einem Jahr und acht Monate, für Freiheitsberaubung unter Gewaltanwendung zu fünf Jahren und für "Entführung oder Beschlagnahmung" von Beförderungsmitteln zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Hintergrund der Anklage ist eine Protestaktion im Jahr 2012 auf einem Schiff in Köln. Örs wird laut Gerichtsakten vorgeworfen, mit neun weiteren Personen das Schiff besetzt, Banner aufgehängt und PKK-Slogans gerufen zu haben. Sie weist die Vorwürfe zurück.

In Deutschland wurden Ermittlungen gegen Örs in dem Fall nach Angaben ihrer Anwältin eingestellt.

Titelfoto: Mirjam Schmitt/dpa

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