Kölsch-Brauerei Päffgen wütend: Keine November-Hilfen bis heute erhalten!

Köln - Die Kölner Kölsch-Brauereien kämpfen in der Corona-Pandemie ums Überleben. Die Traditionsbrauerei Päffgen gab jetzt einen Einblick und schimpfte auch über bislang nicht gezahlte November-Hilfen der Regierung.

Ein frisches Kölsch vom Fass. In der Corona-Pandemie bleiben Brauhäuser geschlossen.
Ein frisches Kölsch vom Fass. In der Corona-Pandemie bleiben Brauhäuser geschlossen.  © Lino Mirgeler/dpa

Die neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes NRW sprechen Bände: Die Gastronomieunternehmen in NRW verbuchten im November 2020 um 57,8 Prozent niedrigere Umsätze als ein Jahr zuvor.

Im Vergleich zum Vormonat sank der Umsatz um weitere 42,5 Prozent. Dies geht aus den neuesten Zahlen hervor, die das Amt am Mittwoch veröffentlichte.

Besonders betroffen sind auch die Kneipen und Brauereien mit eigenen Brauhäusern. Die Statistik zeigt den heftigen Umsatzverlust: In der ausschankgeprägten Gastronomie sank der Umsatz um 77,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um weitere 59,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, so die offiziellen Zahlen.

Bei der Kölner Brauerei Päffgen sind die Zahlen noch schlimmer. Nach Angaben der Brauerei sank der Umsatz um 95 Prozent. Als Brauerei ohne Flaschenbier steht und fällt das Geschäft mit dem Fassbier.

Per Facebook-Nachricht veröffentlichte das Unternehmen einen langen Bericht zur wirtschaftlichen Lage der Brauerei.

"Wir sind von Beginn an davon ausgegangen, dass wir erst im späten Frühling (vielleicht zum Mai) mit der Aussengastronomie wieder starten können. Gastronomie und Brauhäuser im Besonderen sind nun mal Orte des Zusammenkommens und der Geselligkeit", schreibt die Brauerei.

Knapp 100 Mitarbeiter stehen bei der Brauerei in Lohn und Brot, heißt es. Trotz Rücklagen und Kurzarbeitergeld des Staates als Hilfe und Ausgleich für den Lockdown werde es jetzt sehr eng.

Brauerei Päffgen wartet auf November-Hilfen!

Die Umsatz-Rückgänge in der Gastronomie und im Gastgewerbe in NRW sind enorm.
Die Umsatz-Rückgänge in der Gastronomie und im Gastgewerbe in NRW sind enorm.  © Statistisches Landesamt NRW

"Aufgrund unserer Größe sind wir bei den ersten Soforthilfen nicht berücksichtigt worden", so die Brauerei, die zwischenzeitlich ihr Bier in kleinen Fässchen verkaufte.

Wütend macht den Betrieb die Hilfe des Staates mit dem sogenannten Novembergeld und der Dezemberhilfe.

"Die Erstattung des Kurzarbeitergeldes für die Monate November und Dezember steht noch aus. Wir sind hier, wie jeden Monat in Vorleistung gegangen. Die November- und Dezemberhilfe ist schon lange beantragt worden. Bis heute haben wir weder Rückmeldung noch eine Abschlagszahlung erhalten", heißt es seitens Päffgen.

Dazu schreibt die Brauerei: "Diese Art Bürokratie macht sogar uns, sehr gut aufgestellt, langsam nervös. Und hilflos. Und wütend. Trotzdem versuchen wir optimistisch zu bleiben und freuen uns darauf, euch endlich wiederzusehen!"

Die Beschäftigtenzahl im Gastgewerbe in ganz Nordrhein-Westfalen lag im November um 21,9 Prozent unter dem Ergebnis von November 2019.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

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