Kabarettist Bernd Stelter feiert seinen 60. Geburtstag: Geht er bald in Rente?

Köln - Ob Karneval oder Kabarett - seine Welt ist die Bühne. Am heutigen Montag feiert der Kölner Kabarettist Bernd Stelter seinen 60. Geburtstag.

Bernd Stelter bei einem Auftritt im Januar 2014: Am heutigen Montag feiert der Kölner Kabarettist seinen 60. Geburtstag. (Archivbild)
Bernd Stelter bei einem Auftritt im Januar 2014: Am heutigen Montag feiert der Kölner Kabarettist seinen 60. Geburtstag. (Archivbild)  © Marius Becker/dpa

Die 60 schrecke ihn nicht, sagt Bernd Stelter - im Gegenteil: "Die Kinder sind groß, ich bin seit über 30 Jahren glücklich verheiratet und muss nicht nach Frauen Ausschau halten." Und beruflich habe er viel Interessantes erlebt, so dass er sich da nichts mehr beweisen müsse.

Der künstlerische Allrounder - er schreibt, singt, moderiert und steht auf Theaterbühnen - hatte als junger Mann zunächst Volkswirtschaft studiert. "Irgendwann stellte sich aber die Frage: Konzentriere ich mich jetzt ganz darauf und hänge die Gitarre an den Nagel - oder nicht?"

Stelter entschied sich für eine Karriere als Künstler. "Ich dachte: Sonst sitzt Du mit 44 zwar in einem klimatisierten Büro, hast aber eine Chance verpasst", erzählt er.

Zehn Jahre lang moderierte er im WDR-Fernsehen die Quizsendung "Das NRW-Duell".

Dem TV-Publikum wurde der in Unna geborene Stelter aber vor allem durch die frühere RTL-Show "7 Tage, 7 Köpfe" bekannt, wo er an der Seite von Rudi Carrell die vergangene Woche satirisch Revue passieren ließ.

Bernd Stelter wurde vor allem durch frühere RTL-Show "7 Tage, 7 Köpfe" bekannt

Das "7 Tage - 7 Köpfe"-Team im März 2003 (v.l.n.r.): Kalle Pohl (69), Bernd Stelter (60), Oliver Welke (54), Gaby Köster (59), Mike Krüger (69) und Jochen Busse (80, m.)
Das "7 Tage - 7 Köpfe"-Team im März 2003 (v.l.n.r.): Kalle Pohl (69), Bernd Stelter (60), Oliver Welke (54), Gaby Köster (59), Mike Krüger (69) und Jochen Busse (80, m.)  © Hermann-Josef Wöstmann/dpa

Seine Wurzeln liegen im Karneval, wie Stelter betont. Seit mehr als 30 Jahren ist er dort aktiv und gilt seit langem als einer der profiliertesten Redner im Kölner Sitzungskarneval. Dementsprechend traurig war es für ihn, dass die närrische Zeit dieses Mal wegen der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt gefeiert werden konnte.

Die Auftritte vor Publikum fehlen ihm - sowohl im Karneval als auch als Kabarettist. Wann er mit seinem aktuellen Programm "Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende" wieder durch die Säle touren kann, ist noch ungewiss. "Ich bin eine Rampensau, ich will auf der Bühne stehen", sagt Stelter.

Die lange Schließung der Theater wegen der Pandemie sieht er mit großer Sorge: "Wenn jetzt nicht bald was passiert, werden viele private Theater pleitegehen. Das wäre ein Desaster."

Auch zahlreiche Künstler-Kollegen stünden wegen fehlender Einnahmen am Abgrund. Für ihn selbst sei Corona zwar mit vielen Einschränkungen verbunden, aber nicht existenzbedrohend.

Stelter hat das vergangene Corona-Jahr unter anderem zum Schreiben genutzt. Kürzlich erschien der dritte Band seiner Camping-Krimi-Reihe.

"Werde nie ganz aufhören": Bernd Stelter hat nicht vor, in Rente zu gehen!

Der Kölner Kabarettist Bernd Stelter feiert am 19. April 2021 seinen 60. Geburtstag.
Der Kölner Kabarettist Bernd Stelter feiert am 19. April 2021 seinen 60. Geburtstag.  © Oliver Berg/dpa

Während viele Menschen in der Corona-Zeit über Gewichtszunahme klagen, passierte bei Stelter das Gegenteil: "Seit vergangenen April habe ich rund 25 Kilo abgenommen." Und zwar ohne Diät. Er ernähre sich bewusst, aber im Wesentlichen sei das Schwinden der Pfunde auf mehr Bewegung zurückzuführen.

"Zu meinem Geburtstag im letzten Jahr habe ich ein Fitness-Armband bekommen. Seitdem habe ich es mir angewöhnt, mindestens 10.000 Schritte pro Tag zu gehen."

Seinen 60. Geburtstag wird er wohl Zuhause im kleinen Familienkreis feiern. Spezielle Wünsche zu seinem Ehrentag habe er nicht, aber viele Pläne. Er arbeite an neuen Geschichten und einem Sachbuch und hoffe, dass er vielleicht im Herbst wieder auftreten könne.

"Ich habe für die Zukunft vieles vor, aber eines nicht: Jemals in Rente zu gehen", sagt er bestimmt. "Wahrscheinlich werde ich irgendwann später mal etwas weniger arbeiten, aber ich werde nie ganz aufhören."

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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