Er entwarf bekannte Kölner Gebäude: Architekt Gottfried Böhm (†101) gestorben

Köln – Spektakuläre Betonbauten, die in der Nachkriegszeit heftige Debatten auslösten - das war das Markenzeichen des Kölner Architekten Gottfried Böhm. Nun ist er im hohen Alter von 101 Jahren gestorben.

Gottfried Böhm wurde 1920 in Offenbach geboren, wuchs jedoch in Köln auf und hinterließ auffallende Bauten.
Gottfried Böhm wurde 1920 in Offenbach geboren, wuchs jedoch in Köln auf und hinterließ auffallende Bauten.  © Hartmut Reeh/dpa

Böhm wurde durch spektakuläre Kirchenbauten wie den Pilgerdom in Neviges bei Düsseldorf berühmt. Er galt als einer der gefragtesten Architekten der Nachkriegszeit und hat mehr als 50 Sakralbauten geschaffen.

Böhm, der in Offenbach geboren wurde und in Köln aufwuchs, war der Sohn des Architekten Dominikus Böhm (1880-1955). Dieser machte sich einen Namen als Kirchenbauer, und der Sohn trat in seine Fußstapfen.

Gottfried Böhms zerklüftete Beton-Wallfahrtskirche in Neviges polarisierte seit ihrer Eröffnung 1968. Sie erhielt bald den Beinamen "Gottesgebirge". Böhms bedeutendster Profanbau ist das Rathaus von Bensberg bei Köln.

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Der Architekt Böhm hat fast nur in Deutschland gebaut, aber er wurde international wahrgenommen.

So erhielt er 1986 als erster Deutscher den Pritzkerpreis, der als die weltweit wichtigste Architekturauszeichnung gilt.

Das Rathaus in Bensberg wird im Volksmund auch "Bensberger Akropolis", "Beamtenbunker" oder und "Aapefelse" (Affenfelsen) genannt.
Das Rathaus in Bensberg wird im Volksmund auch "Bensberger Akropolis", "Beamtenbunker" oder und "Aapefelse" (Affenfelsen) genannt.  © Volker Danisch/dpa
In den 60er Jahren pilgerten viele Menschen zum Wallfahrtsort Neviges und seinem Pilgerdom.
In den 60er Jahren pilgerten viele Menschen zum Wallfahrtsort Neviges und seinem Pilgerdom.  © Horst Ossinger/dpa

Zusammen mit seiner 2012 gestorbenen Frau Elisabeth, ebenfalls eine Architektin, entwarf Böhm unter anderem die WDR-Arkaden in der Kölner Innenstadt.

Update, 13.11 Uhr: Laschet äußert sich zu Böhms Tod

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (60, CDU) hat den verstorbenen Gottfried Böhm als einen der bedeutendsten Architekten der Nachkriegszeit gewürdigt. "Mit seiner einzigartigen Architektur hat er es zu Weltruhm gebracht», sagte Laschet am Donnerstag über den im Alter von 101 Jahren gestorbenen Architekten. Er hinterlasse ein für alle «sichtbares und beeindruckendes Lebenswerk, das auch und gerade bei uns in Nordrhein-Westfalen an vielen Stellen zu bewundern ist".

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn nannte Böhms Tod einen großen Verlust für die Denkmalkultur in Deutschland. "Er hat mit seinen großartigen Bauskulpturen eine ganze Epoche geprägt", erklärte die Stiftung. Nur wenige Architekten könnten die Unterschutzstellung des eigenen Werkes miterleben.

Böhm habe mit seiner unermüdlichen Schaffenskraft und seiner kritischen Energie die Architektur und Denkmalpflege in Deutschland bis zum Schluss inspiriert.

Titelfoto: Hartmut Reeh/dpa

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