Video zeigt Massen-Auflauf in Karnevals-Hochburg Köln: Netz ist entsetzt!

Köln - Zum Sessions-Auftakt versammelten sich in der Karnevalshochburg Köln zahlreiche Feiernde. Obwohl die Stadt zuvor strenge Regeln zum Feiern verhängt hatte, kam es an einem der städtischen Party-Hotspots zu einem regelrechten Menschenauflauf.

Die Zülpicher Straße war bereits zu früher Zeit prall gefüllt.
Die Zülpicher Straße war bereits zu früher Zeit prall gefüllt.  © Henning Kaiser/dpa

Nachdem für alle Jecken aufgrund der Corona-Pandemie im letzten Jahr striktes Feierverbot geherrscht hatte, durfte der Karneval am heutigen 11.11. wieder Einzug in den Städten halten - so auch in Köln.

Und bereits am Morgen hatte sich ein reger Andrang stadteinwärts abgezeichnet. Am Vormittag reichte eine Warteschlange vor der abgesperrten Feierzone in der Altstadt bereits Hunderte Meter weit.

Während es am Kölner Heumarkt noch gesittet zuging, sorgt aktuell ein Video des Kölner Stadtanzeigers für Fassungslosigkeit im Netz.

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Aufgenommen wurden die Bilder am Zülpicher Viertel, einer beliebten Party-Hochburg - vor allem bei Jüngeren. Darauf zu sehen sind hunderte Karnevalisten, die dichtgedrängt und ausgelassen zusammen feiern.

Die Stadt Köln hatte zwar zuvor strenge Regeln verhängt und ein Feiern an den Karnevals-Hotspots auch im Freien nur unter der 2G-Auflage gestattet, dennoch finden viele User das Verhalten der Feiernden unverantwortlich, wie aus zahlreichen Retweets und Kommentaren hervorging.

Bei Twitter fand Jan Böhmermann für den karnevalistischen Menschen-Auflauf sarkastische Worte

User wütend über Karnevalisten im Zülpicher Viertel

"Ich habe die letzten 20 Monate ja so unglaublich gern auf so gut wie alles verzichtet, damit die Karnevalisten sich heute endlich wieder schunkelnd in den Armen liegen können", machte ein User seinem Ärger Luft, nachdem er den Clip gesehen hatte.

"Dieser Tag ist nichts weniger als ein heftiger Faustschlag ins Gesicht aller Pflegekräfte, die seit 2 Jahren am Limit arbeiten. Danke für eure Solidarität, Kölle", schrieb ein anderer.

Und auch erste prominente Stimmen meldeten sich bereits zu Wort. So teilte auch Satiriker Jan Böhmermann (40) den Clip auf seinem Twitter-Kanal und gab dazu eine ironische Prognose ab.

"Alaaf! Heute als 'Sexy Krankenschwester' auf der Zülpicher Straße, an Weihnachten als 'Sexy Intubierte' in der Uniklinik!", so die bitterbösen Worte des 40-Jährigen.

Update, 14.50 Uhr: Stadt sah Kölner Hotspots "unter Kontrolle"

Trotz großen Zulaufs ist die Lage in den Karneval-Hotspots in Köln nach Angaben der Stadt unter Kontrolle. Dies gelte auch für die abgesperrte Feier-Zone in der Zülpicher Straße, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Stadt.

Polizeipräsident Uwe Jacob sagte, dieser Bereich sei mittlerweile zu 100 Prozent voll, doch würden die Menschen jetzt in angrenzende Entlastungsflächen weitergeleitet. "Der Andrang ist groß", sagte Jacob.

Update, 15.30 Uhr: Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker verteidigt Karnevalsauftakt

Henriette Reker (64) im Rahmen der Pressekonferenz mit Polizeipräsident Uwe Jacob.
Henriette Reker (64) im Rahmen der Pressekonferenz mit Polizeipräsident Uwe Jacob.  © Alexander Franz

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (64, parteilos) hat den Karnevalsauftakt trotz hoher Corona-Inzidenzen verteidigt.

"Was wäre denn, wenn wir gesagt hätten: Wir machen das wie im vorigen Jahr, es wird kein Karneval gefeiert", sagte die parteilose Politikerin am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. "Ich bin der festen Überzeugung, das wäre uns in diesem Jahr nicht gelungen."

Es gebe sehr viele Menschen, die sich den 11.11. nicht mehr einfach verbieten lassen würden, weil er in Köln zum Brauchtum mit dazu gehöre.

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"Ich glaube, das werden sie sich einfach nicht mehr gefallen lassen", sagte Reker. "Ich glaube auch, dass ein vollständiges Verbot nicht mehr rechtlich möglich gewesen wäre."

Update, 15.45 Uhr: Stadt Köln teilt mit: Zülpicher Viertel voll, Zugänge gesperrt

Wie die Stadt Köln mitteilt, sei das Zülpicher Viertel um 15.15 Uhr „vollgelaufen“, die bereits vor eineinhalb Stunden geöffneten Entlastungsflächen Höhe Uniwiesen sind ebenfalls ausgelastet.

Auch die sogenannten „Entlastungsflächen“, die gegen 13.30 Uhr geöffnet worden waren, sind voll

Die Stadt Köln fordert alle Karnevalsfans auf, das Zülpicher Viertel nicht mehr anzusteuern.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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