Drogen-Szene am Kölner Neumarkt: Neuer Container soll helfen

Köln - Der Kölner Neumarkt ist als Drogen-Platz mit all seinen Folgen berüchtigt. Junkies, Polizisten, Ordnungshüter, Sozialarbeiter und Sanitäter sind täglich vor Ort. Ein neuer Container soll jetzt als Anlaufstelle für Bürger und Hilfebedürftige dienen.

Der Container auf dem Kölner Neumarkt soll eine Anlaufstelle für Bürger und Hilfsbedürftige vor Ort werden.
Der Container auf dem Kölner Neumarkt soll eine Anlaufstelle für Bürger und Hilfsbedürftige vor Ort werden.  © TAG24/Brüggemann

Das teilte die Stadt am Donnerstag mit.

Aufgestellt wurde die Box, ein klares Konzept, Öffnungszeiten und Ansprechpartner sollen Anfang November mitgeteilt werden.

Kölns Stadtdirektorin Andrea Blome teilte zu dem Projekt mit: "Mir ist wichtig, dass die Kölner/innen vor Ort mit den Akteuren der Verwaltung in Kontakt kommen und ihre Anliegen platzieren können."

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Zunächst soll die Box bis zum Frühjahr 2022 stehen bleiben. "Wir werden diese Anlaufstelle kontinuierlich hinsichtlich des Angebots und der Nachfrage evaluieren und bis zum Frühjahr 2022 testen."

Laut Sprecherin der Stadt Köln soll die Box sowohl als Basis dienen, um bei Bedarf kurzfristig in das Geschehen auf dem Neumarkt eingreifen zu können, aber auch Beratung für Hilfebedürftige anbieten.

Dolores Burkert, Leiterin des Zentrums für Kriminalprävention und Sicherheit (ZKS) bestätigte den Plan bereits vor Monaten in einem Instagram-Video der Stadt. Sie kündigte einen zweiten Schritt an: "Wir haben auch darüber nachgedacht, dass es ein Toiletten-Konzept geben muss."

Der Kölner Neumarkt braucht ein ganzheitliches Konzept

Ein "Kümmerer" soll in dem Container seine Basis haben.
Ein "Kümmerer" soll in dem Container seine Basis haben.  © TAG24/Brüggemann

Der Kölner Neumarkt ist ein fixer Treffpunkt für Drogenabhängige.

Die Spritzen, Alufolien und zerbrochene Flaschen sind die auffälligsten Spuren für Touristen, die am Platz flanieren.

Anwohner treffen aber auch regelmäßig auf hilflose Abhängige, aggressive Bettler im Rausch, Diebe und verwahrloste Menschen in Hauseingängen.

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In Bürgerinitiativen berichten die Bewohner von Kot und Urin, vermüllten Zugängen, die häufig von obdachlosen Abhängigen hinterlassen werden. Diese Probleme sind seit Jahren bekannt.

Das Elend der Abhängigen führt häufig bis zum Tod. 50 Menschen starben 2020 in Köln am Konsum von illegalen Drogen.

Die Arbeitsgruppe Neumarkt, die im September 2020 erstmals tagte, will das Areal rund um den Neumarkt mit einer "Lokalen Agenda" endlich wieder attraktiver machen und den Menschen vor Ort helfen.

Die Idee zur Box mit einem Ansprechpartner entstamme der Arbeitsgruppe, wie eine Sprecherin der Stadt Köln mitteilte. "Sogenannte "Kümmer/innen" werden im Bereich des Neumarktes als zentrale Ansprechpersonen für Meldungen oder Beschwerden fungieren."

Titelfoto: TAG24/Brüggemann

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