Impf-Murks in Köln: Tausende abgelaufene Impfdosen verabreicht

Köln – Kaum zu glauben: In Köln bekamen 2000 Impflinge abgelaufene Dosen einer Charge des "Moderna"-Impfstoffes verabreicht. Insgesamt soll das bei neun mobilen Impf-Aktionen im Stadtgebiet der Fall gewesen sein.

2000 Personen bekamen im Zeitraum zwischen dem 26. Dezember und dem 5. Januar abgelaufenen "Moderna"-Impfstoff verabreicht. (Symbolbild)
2000 Personen bekamen im Zeitraum zwischen dem 26. Dezember und dem 5. Januar abgelaufenen "Moderna"-Impfstoff verabreicht. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Stadt Köln teilte die Panne am Freitagnachmittag mit, da sie die Impfungen in Auftrag gegeben hatte. Angaben zufolge hatte die Feuerwehr am gestrigen Donnerstag während routinemäßiger Untersuchungen festgestellt, dass der Impfstoff bereits abgelaufen war.

Mitarbeitenden der beiden Dienstleister, die für die Impfungen zwischen dem 26. Dezember 2021 und dem 5. Januar 2022 verantwortlich gewesen waren, war offenbar entgangen, dass der Impfstoff am 26. Dezember abgelaufen war. Sie hatten sich auf das Ablaufdatum "Juni 2022" konzentriert – dies gilt allerdings nur für Impfstoff-Dosen, die im gefrorenen Zustand gelagert werden.

Die Stadt Köln weist den Fehler von sich, indem sie erklärt, dass es im Dezember weniger Nachfrage nach Impfungen gegeben habe.

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Außerdem habe es einen "expliziten Kontrollhinweis" gegeben, der aber offenbar "nicht bei allen Dienstleistern umgesetzt wurde".

Gesundheitsamt schließt Nebenwirkungen aus

Das Gesundheitsamt Köln gab Entwarnung: Die abgelaufenen Impfungen sollen keine Nebenwirkungen verursachen. (Symbolbild)
Das Gesundheitsamt Köln gab Entwarnung: Die abgelaufenen Impfungen sollen keine Nebenwirkungen verursachen. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Und weiter: "Die heute stattfindenden Kinder-Zweit-Impfungen werden unter Aufsicht der Feuerwehr mit anderen Dienstleistern durchgeführt. Die Impfungen werden in Gänze erst dann wieder aufgenommen, wenn der Sachverhalt vollständig geklärt, die bestehenden Prozesse überprüft und gegebenenfalls weitere Kontrollmechanismus etabliert wurden. Die noch vorhandenen aufgetauten Impfstoffe wurden vollständig verworfen."

Das Kölner Gesundheitsamt habe sich darüber hinaus umgehend an das Paul-Ehrlich-Institut gewandt, um eventuelle Nebenwirkungen ausschließen zu können. "Wir schließen eine gesundheitsschädliche Wirkung durch den verabreichten Impfstoff aus. Was die Wirksamkeit angeht, lassen Erfahrungen aus vergleichbaren Fällen den Schluss zu, dass auch nach Verabreichung eines wenige Tage zu lang aufgetauten Impfstoffs ein unverminderter Impfschutz besteht", erklärte Gesundheitsamtsleiter Dr. Johannes Nießen.

Sollte das Paul-Ehrlich-Institut dennoch Zweifel äußern, werde man die Betroffenen individuell kontaktieren, so Nießen. In solch einem Fall könne man die Menge der Antikörper bestimmen und über eine erneute Impfung nachdenken.

Hier wurden die abgelaufenen Impfstoffe verabreicht:

An insgesamt neun Stellen wurde der abgelaufene Impfstoff von "Moderna" verabreicht. (Symbolbild)
An insgesamt neun Stellen wurde der abgelaufene Impfstoff von "Moderna" verabreicht. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa
  • am 27. Dezember auf dem Pariser Patz in Chorweiler und in der Dreikönigenstraße im Severinsviertel
  • am 28. Dezember in der Melchiorstraße im Agnesviertel und auf dem Mathiaskirchplatz in Bayenthal
  • am 29. Dezember auf der St. Tönnis-Straße in Worringen und auf der Aachener Straße in Lindenthal
  • am 30. Dezember im Kuckucksweg in Ehrenfeld und auf der Goethestraße in Weiden
  • am 2. Januar in der Montessoristraße in Pesch und im Airbus Zero G am Flughafen Köln/Bonn
  • am 3. Januar in der Kalker Hauptstraße in Kalk und am Pariser Platz in Chorweiler
  • am 4. Januar auf dem Neusser Wall in der Innenstadt und am RheinEnergieStadion
  • am 5. Januar auf dem Neusser Platz im Agnesviertel und in der Brühler Straße in Rodenkirchen
  • am 6. Januar auf der Aachener Straße in Lindenthal und am RheinEnergieStadion

Aktuell werden die Prozesse gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr geprüft und an der Qualitätssicherung gearbeitet, so die Stadt Köln. Die für heute terminierten Erwachsenen-Impfungen in den Stadtteilen wurden daher abgesagt.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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