Millionen Mehrkosten für Fenster: Kölner MAKK-Sanierung gerät aus den Fugen

Köln - Der geplante Austausch der 267 maroden Fenster im Museum für angewandte Kunst Köln (MAKK) soll statt 3,8 Millionen jetzt bis zu 9,6 Millionen Euro kosten! 

267 Fenster am Museum für angewandte Kunst Köln (MAKK) sollen ausgetauscht werden. Die Sanierung wird deutlich teurer.
267 Fenster am Museum für angewandte Kunst Köln (MAKK) sollen ausgetauscht werden. Die Sanierung wird deutlich teurer.  © TAG24/Brüggemann

Für die enorme Kostensteigerung hat die Stadtverwaltung Köln eine Berechnung und direkt eine kurzfristige Beschlussvorgabe vorgelegt.

Die Kostenexplosion sollen die Stadträte schon am 15. Mai 2020 abnicken. Auf einmal gilt Dringlichkeitsalarm. Die bisherigen Sanierungspläne stammen aus dem Jahr 2017. Da begannen die ersten Arbeiten für den Fenstertausch.

Etliche gesprungene Scheiben am MAKK zeigen den aktuell desolaten Zustand des Museums. Einen Einblick in die gescheiterte Fenstersanierung geben sie nicht.

Die neue Berechnung hat es dabei in sich: Allein die Kosten für die neuen Fenster belaufen sich in der neuen Prognose auf 4,1 Millionen Euro, statt der bisherigen 2,3 Millionen Euro.

Die Kosten für die neuen Fenster sind nur ein kleiner Kostenpunkt auf der großen Rechnung.

Die geplanten Kosten im Detail

Die neue Kostenprognose für die Fenster geht in die Millionen.
Die neue Kostenprognose für die Fenster geht in die Millionen.  © TAG24/Brüggemann

Erste Verzögerungen gab es laut eines Sprechers der Stadt Köln bereits im November 2018. Damals wurde dem beauftragten Architekten und einer Firma gekündigt. 

Der gekündigte Architekt hat nach eigenen Angaben gegenüber der Kölner Rundschau bereits ein halbes Jahr vorher selbst versucht, den Auftrag zu kündigen. Dies sei abgelehnt worden.

Beim Fensterausbau habe es damals Schäden am Gebäude gegeben, die aufwendige Umplanungen erforderlich gemacht hätten, schildert die Stadtverwaltung hingegen die Probleme und will Schadenersatz-Ansprüche vor Gericht prüfen lassen.

Letztlich wurde das Projekt im Anschluss erheblich erweitert. Die Fugen an den Fenstern sollen jetzt saniert werden, ein Gerüst wird benötigt (476.000 Euro Mehrkosten), die Bewachung kostet 361.000 Euro.

Dazu komme durch den "Übergang der Abteilung Kulturbauten zur Gebäudewirtschaft" eine neue Eigenleistung in Höhe von rund einer Million Euro.

Erheblich ist der neue Risikopuffer, der jetzt mit 1.463.900 Euro berechnet wird. Vorher waren nur 42.500 Euro Risikopuffer eingeplant. Die komplette Prognose kalkuliert mit 9,6 Millionen Gesamtkosten für den erweiterten Fenstertausch.

Schreiten die Arbeiten wie geplant voran, könnte Anfang 2022 das Projekt Fenstertausch im MAKK vollendet sein.

Kleiner Lichtblick: Momentan sind ein Viertel der Glasscheiben des Museums erneuert, nachdem 2017 mit den Arbeiten gestartet wurde.

Titelfoto: TAG24/Brüggemann

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