Neuester Stand: 54 Coronavirus-Fälle in Köln

Köln - Bei der Frage, ob Veranstaltungen unter 1000 Teilnehmern in Zeiten des Coronavirus stattfinden können, vertraut die Stadt Köln auf das Verantwortungsbewusstsein der Veranstalter.

Im Abflugbereich des Flughafens Köln/Bonn sind auf Monitoren Tipps zum Schutz vor Infektionen in deutscher und englischer Sprache zu lesen.
Im Abflugbereich des Flughafens Köln/Bonn sind auf Monitoren Tipps zum Schutz vor Infektionen in deutscher und englischer Sprache zu lesen.  © Federico Gambarini/dpa

Anhand einer zur Verfügung gestellten Checkliste müssten diese bewerten, ob das Risiko zu groß sei, sagte der Kölner Stadtdirektor Stephan Keller am Mittwoch. 

Kriterien dieser Liste sind unter anderem die erwartete Personenanzahl, räumliche Gegebenheiten und Kontaktsituationen während der Veranstaltung. 

"Je näher wir der Eintausend-Teilnehmer-Schwelle kommen, desto eher ist davon auszugehen, dass die Veranstaltung abgesagt werden muss", sagte Keller. 

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"Eine Veranstaltung mit 950 Teilnehmern ist natürlich nicht weniger gefährlich als eine mit 1001."

Am Dienstag hatte das Land Nordrhein-Westfalen einen Erlass beschlossen, nach dem Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern grundsätzlich abgesagt werden sollen. 

Der Erlass ist zeitlich nicht befristet . Zur Eindämmung des Coronavirus können die örtlichen Behörden auch Veranstaltungen mit weniger als 1000 Personen absagen, wenn es besondere Risiken gibt. Auch darauf wies der Erlass ausdrücklich hin.

Sorge, dass Veranstalter bei Grenzfällen wirtschaftliche Interessen vor gesundheitliche stellen, hat Keller nicht: "Wir gehen davon aus, dass Veranstalter ein Eigeninteresse haben, zu kooperieren. Ich glaube auch, dass die Stimmung in der Bevölkerung so ist, dass immer weniger Interesse daran besteht, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen."

Sollte ein Veranstalter unverantwortlich handeln, "dann nehmen wir das zur Kenntnis, aber würden im Zweifel die richtige Entscheidung treffen und absagen".

Update, 17.05 Uhr: 54 bestätigte Corona-Infizierte in Köln

Die Stadt Köln meldet mit Stand Mittwochnachmittag jetzt offiziell 54 bestätigte Coronavirus-Infizierte. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), Stadtdirektor Stephan Keller, Gesundheitsdezernent Harald Rau und Gesundheitsamtsleiter Dr. Johannes Nießen informierten über den aktuellsten Stand in Köln.

So befinden sich von den bestätigten Fällen 53 in Quarantäne, fünf davon in einem Krankenhaus.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte:  "Bei allen Einschränkungen für das öffentliche Leben, so hart sie auch sein mögen, geht es darum, Infektionsketten zu durchbrechen und die Ausbreitung des Virus zumindest zu verlangsamen."

Es gelte das Gesundheitssystem am laufen zu halten und nicht durch zu viele Fälle auf einmal zu überfordern. Die Stadt Köln sei gut vorbereitet und verfüge über 350 Betten mit Beatmungsgeräten. Hierbei handelt es sich in aller Regel um Betten auf Intensivstationen.

Neu aufgetreten ist ein Coronafall in Köln-Rodenkirchen. In der Gesamtschule Rodenkirchen an der Sürther Straße wurde an diesem Mittwoch ein Fall bestätigt. Die Schule bleibt wegen der Coronavirus-Infektion bis zum 12. März 2020 geschlossen.

Coronavirus: Tipps für Kölner Bürger

Das Gesundheitsamt der Stadt Köln empfiehlt, sich an die Hygienemaßnahmen zu halten, die auch vor einer Influenza-Infektion schützen: 

Dazu gehören kein Händegeben, regelmäßiges Händewaschen mit ausreichend Wasser und Seife, nicht mit den Händen ins Gesicht fassen.

Die Stadt Köln hat tagsüber ein Bürgertelefon eingerichtet: Es ist unter der Nummer 0221/221-33500 erreichbar. Dort können sich Bürger mit konkreten Fragen zum Corona-Virus informieren.

43 bestätigte Corona-Fälle in Köln

Mit Stand Dienstag, 10. März 2020, 16 Uhr, gibt es auf dem Gebiet der Stadt Köln den insgesamt 43 bestätigten Corona-Virus-Fall. 

Von den bestätigten Fällen sind derzeit noch 42 in Quarantäne. Die Stadt Köln hat inzwischen eine Info-Seite für Bürger auf deutsch, englisch und türkisch eingerichtet.

Update, 15.49 Uhr: Schulen in NRW sollen vorerst geöffnet bleiben

Trotz der Ausbreitung des Coronavirus in Nordrhein-Westfalen sieht Regierungschef Armin Laschet (CDU) keinen Anlass, Kitas, Schulen oder Universitäten landesweit zu schließen. 

Nach derzeitigem Stand sei das nicht erforderlich, bekräftigte er am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. Wenn es zu einer Lage wie in Italien komme, müsse die Frage neu bewertet werden.

Update, 15.45 Uhr: Spieltage in der 3. Fußball-Liga verlegt

Die beiden nächsten Spieltage in der 3. Fußball-Liga werden verlegt. Dies teilte die Liga am Mittwoch mit.

Somit wird Viktoria Köln am Samstag nicht bei Eintracht Braunschweig spielen. Auch das für den 18. März geplante Viktoria-Heimspiel gegen den FSV Zwickau findet zu einem späteren Zeitpunkt statt. Die erworbenen Tickets für beide Partien behalten vorerst ihre Gültigkeit, teilte ein Sprecher von Viktoria Köln mit.

"Mit der Entscheidung folgt der DFB als Liga-Träger der Empfehlung des Ausschusses 3. Liga, die im Austausch mit den 20 Klubs ausgesprochen wurde", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.  Die Spieltage 28 und 29 werden frühestens Anfang Mai nachgeholt. Die genauen Zeitpunkte werden noch festgelegt.

Update, 15.44 Uhr: Bundeswehr-Kaserne wieder geöffnet

Der wegen eines Coronavirus-Falls unterbrochene Betrieb in der Kölner Lüttich-Kaserne ist am Mittwoch wieder aufgenommen worden. 

Es seien 102 Kontaktpersonen eines infizierten Mitarbeiters des Bundesamtes für Personalmanagement der Bundeswehr identifiziert worden und nun in häuslicher Isolation, schrieb Präsidentin Sabine Grohmann an ihre Mitarbeiter. Derzeit zeige niemand Symptome einer Infektion. 

Das Personalamt hat in der Anlage seinen Hauptsitz. Insgesamt arbeiten in der Kaserne, die am Montag geschlossen worden war, etwa 1300 Menschen. Der Infizierte wird im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz behandelt.

Corona trifft auch Kölner Chemiekonzern Lanxess, wirschaftlich und direkt

Der Lanxess-Tower in Köln.
Der Lanxess-Tower in Köln.  © Oliver Berg/dpa

Der Chemiekonzern Lanxess rechnet angesichts der Corona-Krise mit weiteren Belastungen des Geschäfts. "Wir sehen im Februar und März, dass Corona seine Spuren hinterlässt", sagte Lanxess-Chef Matthias Zachert am Mittwoch in Köln. 

Das gilt auch ganz praktisch: Der Konzern gab seine Geschäftszahlen für 2019 am Mittwoch telefonisch durch, anstatt wie sonst üblich vor Ort einzuladen. 

Für 2020 schätzt der Konzern die Belastungen durch die Viruskrise auf 50 Millionen bis 100 Millionen Euro, davon 20 Millionen im ersten Quartal.

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Auch ganz konkret hatte das Unternehmen bereits mit dem Coronavirus zu tun: Zwei Mitarbeiter - einer davon am Kölner Standort - hatten sich infiziert, aber nur leichte Symptome gezeigt. Mitarbeiter seien nach Hause geschickt und alle notwendigen Vorkehrungen getroffen worden.

Alle Infos im Corona-Liveticker >> hier.

Die Grafik zeigt, wie das Coronavirus ausgebremst werden könnte.
Die Grafik zeigt, wie das Coronavirus ausgebremst werden könnte.  © DPA
Eine Bürgerin wird untersucht.
Eine Bürgerin wird untersucht.  © Roberto Pfeil/dpa

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

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