Nach 17 Jahren: Denkmal zur Erinnerung an NSU-Anschlag in Köln kann endlich kommen

Köln – Nach 17 Jahren kann das Denkmal zur Erinnerung an den Anschlag der Neonazi-Terrorzelle NSU in der Keupstraße in Köln-Mülheim realisiert werden.

Am 9. Juni 2004 sichert ein Polizist die Spuren der Explosion in der Keupstraße im Stadtteil Mülheim. 17 Jahre sind seither vergangen. Nun soll es ein Denkmal geben.
Am 9. Juni 2004 sichert ein Polizist die Spuren der Explosion in der Keupstraße im Stadtteil Mülheim. 17 Jahre sind seither vergangen. Nun soll es ein Denkmal geben.  © Federico Gambarini/dpa

Die Verwaltung habe den Gremien des Rates einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt, teilte die Stadt am Dienstag mit. Voraussichtlich am 9. November werde der Rat darüber entscheiden.

"Ich bin froh, dass das Denkmal nun endlich errichtet werden kann", sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (64, parteilos). "Es ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit den Opfern rechten Terrors."

Das etwa 6 mal 24 Meter große Denkmal des Berliner Künstlers Ulf Aminde besteht aus einer großen Betonplatte mit integriertem App-Zugang.

Köln: Papst Franziskus hat entschieden: Kardinal Woelki bleibt im Amt!
Köln Papst Franziskus hat entschieden: Kardinal Woelki bleibt im Amt!

Die Betonplatte spiegelt den Grundriss des Hauses wider, vor dem 2004 die Bombe in der Keupstraße explodierte.

Mit der App können Besucher auf ihren Smartphones ein virtuelles Haus sehen, dessen Wände aus Filmen etwa über das NSU-Verfahren bestehen.

Das Problem war lange, dass das für das Denkmal vorgesehene Grundstück einem privaten Investor gehörte, der das Gelände nicht zur Verfügung stellen wollte. Nach einem Eigentümerwechsel hat sich das jetzt geändert.

Am 9. Juni 2004 hatten Mitglieder des NSU vor einem Friseursalon in der türkisch geprägten Keupstraße eine Nagelbombe gezündet. 22 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. 2016 hatte sich die Stadt für das Mahnmal von Aminde entschieden.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

Mehr zum Thema Köln Lokal: