Nach NSU-Anschlägen in Köln: Standort für Denkmal an der Keupstraße beschlossen

Köln – Das Denkmal, welches an den grausamen Nagelbombenanschlag in der Keupstraße erinnern soll, wird noch einige Jahre auf sich warten lassen. Allerdings wurde jetzt das Grundstück, auf dem die Gebäude und das Denkmal errichtet werden sollen, bestätigt und an die Stadt Köln übertragen.

In der belebten Keupstraße wurden 2004 22 Menschen durch einen Nagelbombenanschlag verletzt.
In der belebten Keupstraße wurden 2004 22 Menschen durch einen Nagelbombenanschlag verletzt.  © Oliver Berg/dpa

Wie die Stadt mitteilte, wird das Denkmal in Zukunft auf dem Grundstück Keupstraße/Schanzenstraße errichtet.

Dass es ein Monument geben soll, steht bereits seit langer Zeit fest. Vor sechs Jahren hatte das NS-Dokumentationszentrum einen Wettbewerb ins Leben gerufen, an dem Opfer der Anschläge teilgenommen hatten. Sie alle hatten Ideen zusammengetragen und kamen zu dem Entschluss, dass das Denkmal auf der Grundfläche des Friseurgeschäfts entstehen soll, in dem 2004 die Bombe explodiert war.

Damals hatte die rechte Terrorzelle NSU den Anschlag auf der multikulturellen Straße verübt, bei dem es 22 Verletzte gegeben hatte.

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In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Streitigkeiten um das Grundstück gegeben. Das Problem: Das vorgesehene Gelände gehörte einem privaten Investor, der es nicht zur Verfügung stellen wollte.

Nach einem Eigentümerwechsel hat sich das jetzt geändert.

Besucherinnen und Besucher können Denkmal digital erbauen

Mit einem WLAN-Netzwerk vor Ort und einer speziellen App können Besucherinnen und Besucher auf dem Smartphone oder Tablet ein virtuelles Gebäude errichten. Die Bausteine seien in Wirklichkeit Filme, erklärt die Stadt.

"Ich bin froh, dass das Denkmal nun endlich errichtet werden kann [...]. Es ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit den Opfern rechten Terrors. Die Auseinandersetzung mit den Taten von damals darf nicht beendet sein. Wir brauchen eine Erneuerung und ein stärkeres Bekenntnis zu unserer wehrhaften Demokratie, um unsere Werte Meinungsfreiheit, Vielfalt und Solidarität vor Angriffen, wie wir sie auch in Köln erleben mussten, zu schützen", sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (65).

Das Denkmal stammt aus einem Entwurf des Berliner Künstlers Ulf Aminde.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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