Schlamperei bei der Produktion? Wuppertal verklagt Schwebebahn-Hersteller

Wegen technischer Probleme wird die Wuppertaler Schwebebahn ein Jahr lang an Werktagen außer Betrieb genommen.
Wegen technischer Probleme wird die Wuppertaler Schwebebahn ein Jahr lang an Werktagen außer Betrieb genommen.  © Oliver Berg/dpa

Wuppertal - Nach massiven Problemen mit der Wuppertaler Schwebebahn bereiten die Stadtwerke eine Schadenersatzklage gegen den Hersteller vor. 

Es geht um insgesamt 200 Mängel an den neuen Wagen, teilten die Stadtwerke (WSW) am Freitag mit. Auslöser sei ein deutlich höherer Verschleiß an den Rädern mit Folgen für Schienen und Gerüst.

Der Hersteller der neuen Schwebebahn-Baureihe ist das Düsseldorfer Unternehmen Kiepe Electric. 

Wegen technischer Probleme wird die Wuppertaler Schwebebahn ein Jahr lang an Werktagen außer Betrieb genommen. Davon betroffen sind mehr als 80.000 Fahrgäste täglich, die nun auf Busse umsteigen müssen. 

Die weltberühmte, 120 Jahre alte Schwebebahn soll ab dem 12. August von Montag bis Freitag stillstehen.

Langer Leidensweg für Betreiber und Fahrgäste

Michael Krietemeyer, Leiter der Schwebebahn-Technik, zeigt im Schwebebahn-Depot in Vohwinkel auf ein beschädigtes Rad.
Michael Krietemeyer, Leiter der Schwebebahn-Technik, zeigt im Schwebebahn-Depot in Vohwinkel auf ein beschädigtes Rad.  © Jonas Güttler/dpa

"Die Klage ist das letzte Mittel, aber nach einem vierjährigen Leidensweg für uns und unsere Fahrgäste sehen wir keine andere Möglichkeit mehr", erklärte der WSW-Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell.

Kiepe Electric betonte, dass der Betrieb von den Aufsichtsbehörden geprüft und zugelassen worden sei. 

Es sei nun zu klären, ob der Verschleiß der Räder innerhalb des zu erwartenden Maßes liegt oder abweicht und was die Ursachen dafür sein könnten. Dafür sind tiefer gehende Analysen notwendig, die Kiepe Electric unverzüglich in die Wege geleitet hat.

Aus fahrzeugtechnischer Sicht besteht kein Grund, den Betrieb einzuschränken, heißt es. Dies ist nur der mangelnden Verfügbarkeit von Ersatzrädern geschuldet. 

Die rechtzeitige Beschaffung ist aber Sache des Betreibers. Kiepe Electric hat großes Interesse an der Aufklärung des Vorgangs - auch, weil sich früher erhobene Vorwürfe nach gutachterlicher Prüfung als nicht haltbar herausgestellt haben.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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