Messer-Attentat auf Henriette Reker: Stadt Danzig ehrt Kölns OB

Köln – Die Stadt Danzig in Polen hat die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (65) mit einem wertvollen Preis ausgezeichnet. Die erstmals überreichte Ehrung hat allerdings erschreckende Parallelen mit Rekers Vergangenheit.

Henriette Reker (65, parteilos), Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, setzt sich seit vielen Jahren für Toleranz und gegen Extremismus ein.
Henriette Reker (65, parteilos), Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, setzt sich seit vielen Jahren für Toleranz und gegen Extremismus ein.  © Oliver Berg/dpa

Gegründet wurde der Preis zum Gedenken an den Danziger Bürgermeister Paweł Adamowicz. Am 13. Januar 2019 wurde er während einer Rede auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung Opfer eines Messerangriffs. Nur einen Tag später erlag er seinen schweren Verletzungen. Der damals 53-Jährige setzte sich mit großer Überzeugung gegen Hass, Gewalt und Extremismus ein.

Kurz vor seinem Tod heizte sich die Stimmung allerdings zusehends auf und die Hetze gegen den Politiker nahm zu.

Wer diesen Fall hört, kann Parallelen zu Köln sehen. Auch Reker kämpft, als erste Frau an der Spitze der Domstadt, für Toleranz und Gleichberechtigung sowie gegen Unterdrückung und Fremdenfeindlichkeit. Dass damit nicht alle einverstanden sind, musste die parteilose Lokalpolitikerin im Oktober 2015 am eigenen Leib erfahren.

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Sie wurde Opfer einer Messerattacke auf dem Wochenmarkt in Köln-Braunsfeld und überlebte nur schwer verletzt.

Dieser Akt der rohen Gewalt ließ die 65-Jährige jedoch nicht an ihren Werten zweifeln und setzt sich weiterhin für die eben genannten Themen ein.

Henriette Reker zutiefst dankbar

Für genau diesen Mut erhielt die Oberbürgermeisterin nun den Preis, der außerdem vom Internationalen Netzwerk Städte der Zuflucht (ICORN) und dem Europäischen Ausschuss der Regionen geschaffen worden ist.

Reker zeigte sich zutiefst dankbar und erklärt: "Diese ganz besondere Auszeichnung erfüllt mich mit Stolz. Die Werte, für die sie steht, liegen auch mir sehr am Herzen. Gewalt war nie eine Lösung und wird niemals eine Lösung sein. Sie ist immer der erste Schritt in die falsche Richtung. Deshalb müssen wir uns für Frieden, offenen Dialog und Einheit stark machen."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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